Mordermittlungen gegen Arzt
MHH-Mediziner streitet schwere Vorwürfe ab
07.03.2026 – 09:49 UhrLesedauer: 1 Min.
Einfahrt zur MHH in Hannover (Archivfoto): Über seinen Anwalt ließ der Arzt mitteilen, er sei unschuldig. (Quelle: IMAGO/imago)
Ein Internist der Medizinischen Hochschule Hannover sitzt in Untersuchungshaft – die Staatsanwaltschaft wirft ihm die Tötung von Patienten vor. Die Verteidigung setzt auf ein juristisch heikles Argument.
Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen einen 49-jährigen Internisten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der Vorwurf lautet auf vollendeten Mord in einem Fall sowie auf Totschlag und versuchten Mord in zwei weiteren Fällen. Der Arzt sitzt in Untersuchungshaft. Eine Anklage hat die Staatsanwaltschaft bislang nicht erhoben.
Nach Angaben der Ermittler geht es in zwei weiteren Fällen um Todesfälle auf einer MHH-Station. Bei einem Patienten im künstlichen Koma sieht die Staatsanwaltschaft das Mordmerkmal der Heimtücke als erfüllt an.
Die MHH zeigte den Fall im Mai 2025 selbst bei der Staatsanwaltschaft an und stellte den Arzt frei.
Die Verteidigung bestreitet die Vorwürfe entschieden. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehe die Frage nach den Grenzen palliativer Sterbebegleitung, teilte die Verteidigung mit. Der Mandant habe sich stets im Rahmen zulässiger indirekter Sterbehilfe bewegt, so die Anwälte in einer Presseerklärung.
Es gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittlungen dauern an.
