Anna-Lena Forster gewinnt Gold in Cortina.

Stand: 07.03.2026 • 13:42 Uhr

Monoskifahrerin Anna-Lena Forster hat dem deutschen Team bei den Paralympischen Winterspielen in Mailand und Cortina einen goldenen Auftakt beschert und sich nach einem Wimpernschlagfinale den Sieg in der Abfahrt gesichert.

Die 30-Jährige aus Radolfzell war als Topfavoritin ins Rennen gegangen und unterstrich diese Rolle eindrucksvoll. Forster setzte sich zum Auftakt der Para-Ski-Alpin-Wettbewerbe in Cortina in 1:25,79 Minuten vor ihrer spanischen Konkurrentin Audrey Pascual Seco durch, die im Ziel nur fünf Hundertstelsekunden Rückstand hatte. Bronze ging an die Chinesin Sitong Liu (+5,56 Sekunden).

„Das war ein richtiger Krimi. Ich finde es unheimlich geil, wenn solche Rennen so laufen wie heute, wenn es so, so knapp ist“, freute sich Forster im Anschluss. Am Morgen sei sie noch „super nervös“ gewesen und „konnte nicht gut schlafen.“

Fünftes Paralympics-Gold für Forster

Für die deutsche Fahnenträgerin, die in der sitzenden Klasse startet, ist es die erste Goldmedaille in der Abfahrt bei Paralympischen Spielen, nachdem sie vor vier Jahren in Peking bereits Silber gewonnen hatte.

In Cortina könnte der nun fünfmaligen Paralympics-Siegerin Historisches gelingen, denn sie geht in allen Wettbewerben als Gold-Kandidatin an den Start. Der Auftakt zu ihren persönlichen Festspielen ist schon einmal gelungen. „Das macht mich unheimlich stolz“, sagte Forster.

Trainingsform bestätigt: Bestzeit und Steigerung im Speed

Dabei ist die Abfahrt eigentlich nicht ihre Paradedisziplin. Forster mag vor allem die technischen Wettbewerbe, in denen sie zuvor auch ihre ersten vier Paralympics-Goldmedaillen gewonnen hatte. Allerdings hat sie sich auch in den Speeddisziplinen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert. Das zeigten auch schon die beiden Trainingsläufe in den vergangenen Tagen, als sie einmal Bestzeit fuhr und beim zweiten Mal nur knapp hinter Seco landete.

Sturz von van Bergen nach Sprung

Dass der Kampf um Gold auf der „Olympia delle Tofane“ zwischen den beiden auch im Weltcup dominierenden Athletinnen entschieden wird, hatte sich also schon im Vorfeld abgezeichnet. Einzig Barbara van Bergen hatte im Training noch Paroli bieten können. Die Mitfavoritin aus den Niederlanden verlor nach einem Sprung aber früh die Kontrolle und stürzte ins Fangnetz. Im Anschluss konnte sie aber selbständig ins Ziel fahren.

Packender Zweikampf zwischen Forster und Seco

Das erhöhte natürlich auch noch einmal den Druck auf Forster, die direkt danach startete. Doch sie bewies Nervenstärke und bewältigte die 2.105 Meter lange Strecke trotz einiger brenzliger Situationen im Mittelteil mit Bravour. Ähnlich stark präsentierte sich Seco.

Nach der ersten Zwischenzeit lag die Spanierin noch in Rückstand, holte dann aber kontinuierlich auf. Zwischenzeitlich lag sie sogar knapp vorne, doch im Schlussabschnitt der Piste, wo Forster geglänzt hatte, verlor sie die entscheidenden Hundertstelsekunden.

Forster: „Das Rennen war sehr wild“

„Das Ergebnis ist perfekt, das Rennen selbst war sehr wild. Ich hatte ein paar Ausritte, bei denen ich dachte: Oh Gott, das darfst du dir eigentlich nicht leisten“, meinte Forster.

Dass die vor ihr gestartete van Bergen gestürzt und das Rennen unterbrochen war, hatte darauf aber keinen Einfluss. „Ich weiß, wenn Barbara vor mit startet, kann das passieren, weil sie leider so eine Sturzpilotin ist“, sagte Forster.

So funktioniert Para Ski Alpin

Beim Para Ski Alpin werden in Cortina Medaillen in der Abfahrt, im Super-G, Riesenslalom, Slalom und in der Super-Kombination vergeben. Die Teilnehmer werden in die Kategorien „sehbehindert“, „stehend“ und „sitzend“ unterteilt. Die sehbehinderten Athleten bewältigen den Kurs mithilfe eines Begleitläufers (Guides), der durch akustische Signale die Laufrichtung vorgibt. Die Sitzenden nutzen den sogenannten Monoski. Um die Vergleichbarkeit der Leistungen trotz der differenzierten Behinderungsarten zu gewährleisten, wird die Zeit je nach Grad der Behinderung mit einem bestimmten Faktor multipliziert.