Sie lieben die Musik und geben ihr Wissen mit Leidenschaft an die Absolventen der Clara-Schumann-Musikschule weiter. Was aber wohl die wenigsten wussten: Im Lehrerkollegium schlummern noch weitere verborgene Talente.
Als es an die Programmplanung für das Jubiläumsjahr der Clara-Schumann-Musikschule ging, hatte Bezirksleiter Bernhard Voelz eine Idee. „Ich dachte mir, eine Ausstellung wäre doch schön. Also habe ich mal im Kollegium herumgefragt, wer malt und Lust hat, Bilder beizusteuern“, blickt Voelz bei der Vernissage von „Art in Resonanz“ zurück. Er sei selbst überrascht gewesen, wie viele der Lehrenden privat zu Pinsel, Farben und Stiften greifen. Elf von ihnen hat er überzeugen können, ihre Werke zu zeigen. Dafür hat ihnen Schulleiter Philipp Weinhausen die Möglichkeit eröffnet, alle Etagen des Hauses bespielen zu dürfen.
Das Erstaunliche bei „Art in Resonanz“ ist, dass sich die Bilder in unterschiedlichsten Formaten so gut in ihre Umgebung einpassen, dass Betrachtende annehmen könnten, sie hätten schon immer im Treppenaufgang und in den Gängen gehangen. Denn die Bilder stehen auch in Resonanz mit dem historischen Ort, seinen monumentalen Säulen im Eingangsbereich und den hohen Deckengewölben. Schulleiter Weinhausen könnte sich durchaus vorstellen, der besonderen Ausstellung zum 70-jährigen Schuljubiläum weitere folgen zu lassen.
„Es ist ja oft so, dass kreative Menschen mehrere Talente haben, sich beispielsweise neben der Musik auch noch künstlerisch entfalten oder schreiben“, sagt er. Dass die Lehrenden jedoch auf so hohem Niveau malen und zeichnen, das habe selbst ihn überrascht. Die Motive der kreativen Musikerinnen und Musiker sind oft von der Natur inspiriert. Sie zeigen Vögel, filigran gezeichnet, Ozeane, die in ihrer Aufgewühltheit auch etwas Meditatives haben, oder Landschaften. Auch abstrakte Werke finden sich in der Ausstellung und mit feinen Stichen gezeichnete Porträts.
Eine der Künstlerinnen gehört nicht zum Kollegium, ist aber der Clara-Schumann-Musikschule sehr verbunden. Editha Hackspiels Bilder zeigen Absolventen der Musikschule. Außerdem porträtierte die inzwischen 100-jährige Meerbuscherin Julius Alf kurz vor dessen Tod 1983. Der Professor war nicht nur Mitgründer der Robert-Schumann-Gesellschaft, von 1956 bis 1978 war Alf auch Gründungsdirektor der Jugendmusikschule Düsseldorf, die 1984 zur Städtischen Clara-Schumann-Musikschule wurde. Hackspiel zeigt den Professor vor seinem Flügel sitzend, ganz so, wie man ihn kannte.
Dieses und ihre anderen Bilder schenkte die Künstlerin der Schule, deren Hauptsitz an der Prinz-Georg-Straße 80 ist. Betritt man die Eingangshalle, fällt der Blick des Besuchenden nicht nur auf die den Raum dominierenden Säulen. Die Seitenwände des Treppenaufgangs haben erstmals eine Bildergalerie bekommen. Es sind Zeichnungen aus der Feder von Sonia Violant Holz. Wenn sie nicht zu Bleistift und Block greift, unterrichtet sie Klavier und musikalische Früherziehung.
Ihre Skizzen sind Studien von Menschen aus ihrem familiären Umfeld. Das Talent hat Violant Holz vom Papa geerbt. „Ich bin halb Spanierin und mein Vater war Maler“, erzählt sie bei einem kleinen Rundgang durch die Ausstellung, die auch ein Selbstporträt von ihr zeigt. Ihr Kollege Lukas Schier ist Autodidakt und eher ein Künstler, der im Verborgenen arbeitet. Auch er unterrichtet musikalische Früherziehung in den Zweigstellen der Musikschule unter anderem in Bilk. „Ich habe unglaublich viele Bilder zu Hause stehen, weil ich mal Kunst studieren wollte“, verrät Schier. Als klar wurde, dass sein Weg doch eher in die Musik führte, trat die Malerei in den Hintergrund und wurde zum Hobby. Nun nutzt er die Chance, auch diese Seite von sich der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Das einzige Werk, das keine reine Malerei oder Zeichnung ist, stammt von Kim Christoph Ordas. Sein Bild besteht aus gebeizten Fichtenwürfeln, die er so bemalt hat, dass sie wie eine Meeresbrandung aussehen.