Häusliche Gewalt hat in NRW in den vergangenen Jahren immer stärker zugenommen. Die Polizei Münster will dem jetzt entgegenwirken: Mit einer Risikoanalyse vor Ort, einer schnelleren Zusammenarbeit mit Beratungsstellen und einem Spezialteam für häusliche Gewalt.
Die Fälle häuslicher Gewalt haben in den vergangenen Jahren in ganz NRW zugenommen. Auch in Münster. Dabei handelt es sich um körperliche, psychische und sexuelle Gewalt in den eigenen vier Wänden.
Die Zahl der Verdachtsfälle hat sich in NRW von 2019 bis 2025 mehr als verdoppelt. Das zeigt die polizeiliche Kriminalstatistik. Ein großer Teil dieser Taten findet laut Angaben der Polizei im Verborgenen statt, meist in einer Ehe oder Partnerschaft.
Schnellere Hilfe, konsequentes Einschreiten
Münsters Polizeipräsidentin Dorndorf: schneller gegen häusliche Gewalt vorgehen
Die Polizei Münster hat jetzt eine neue Dienstanweisung beschlossen. Das Ziel ist laut Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf: „Betroffene wirksam zu schützen, frühzeitig zu handeln und konsequent einzuschreiten.“ Sie betont:
Häusliche Gewalt ist kein privates Problem, sondern eine schwere Straftat.
Alexandra Dorndorf, Polizeipräsidentin
Konkrete Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen
Die Opfer häuslicher Gewalt sollen zukünftig direkt nach dem Einsatz Kontakt zu Beratungsstellen bekommen. Bisher geschah das erst nach zwei bis drei Tagen. Außerdem soll vor Ort eine Risikoanalyse erfolgen, um zu ermitteln, wie groß die Gefahr für Leib und Leben ist.
Daneben richtet die Polizei in Münster ein speziell geschultes Team für häusliche Gewalt ein. Das soll über Fachwissen verfügen und in besonders heiklen Fällen unterstützen. Dabei soll das Team stets in Kontakt mit Jugendämtern und Beratungsstellen stehen.
Fußfessel und Rückkehrverbot: NRW-weite Maßnahmen
Die neue Dienstanweisung für Münster erfolgt zusätzlich zu landesweiten Bemühungen, Betroffene häuslicher Gewalt besser zu schützen. Im Februar 2026 wurde das Rückkehrverbot für Täter von zehn auf vierzehn Tage erhöht. So sollen weitere Gewalttaten verhindert werden, während das Opfer Zeit hat, sich beraten zu lassen und den Täter anzuzeigen.
Im November 2025 hat das Bundekskabinet zudem das Gewaltschutzgesetz beschlossen. In Hochrisiko-Fällen droht dem Täter demnach eine elektronische Fußfessel.
Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen und Männer:
Hier finden Menschen, die selbst von Gewalt betroffen sind, und ihre Angehörigen Unterstützung:
Unsere Quellen:
- Polizei Münster
- polizeiliche Kriminalstatistik
Sendung: WDR.de, Mehr Schutz vor häuslicher Gewalt: Neue Maßnahmen der Polizei Münster, 07.03.2026, 14.38 Uhr