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Last-minute-Sieg gegen Augsburg – RB Leipzig bleibt nach dem 2:1 an den Champions-League-Plätzen dran. Aber von großer Freude war hinterher nichts zu spüren. Weil der Sieg am Ende glücklich war und die Leistung über das ganze Spiel gesehen eher enttäuschend.
Nach Abpfiff drehte die Mannschaft eine Stadionrunde, wollte sich bei den Fans für den Support bedanken. Blöd nur, dass die Red Bull Arena schon extrem geleert war. Ein Großteil der 41563 Fans war da bereits gegangen. Gemeinsames Einschwören auf den Ligaendspurt geht anders …
Auch in den Katakomben wurden nicht wirklich gefeiert. Kurz nach Abpfiff stapfte Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff (50) mit finsterer Miene Richtung Kabine – mit den Geschäftsführern Tatjana Haenni, Johann Plenge und Florian Hopp im Schlepptau.
Und dann ging es gemeinsam in die Kabine. Knapp 15 Minuten sprach Mintzlaff auf Englisch zur Mannschaft und zur sportlichen Führung. Der Leipziger Aufsichtsratschef legte los mit den Worten: „Glückwunsch zum Sieg – aber ich bin nicht hier, um zu gratulieren.“
Dann schwor er die Mannschaft in einer hochemotionalen Rede noch mal auf den Ligaendspurt ein, der am Ende die Champions League bringen soll. Mintzlaff betonte, man habe den richtigen Trainer, die richtige Mannschaft. Für das Ziel Champions League müssen sich „alle zerreißen“.
Mintzlaffs Worte sollen nach BILD-Informationen sehr deutlich gewesen sein. Eine Kabinen-Rede dieser Wucht habe es zuletzt im Dezember 2021 gegeben, als RB Leipzig damals 0:2 zu Hause gegen Bielefeld verloren hatte.

Oliver Mintzlaff packt bei RB Leipzig mit an
Foto: Jan Woitas/dpa
Aktuell ist RB Leipzig nur Tabellenfünfter. Der Zeitpunkt für Mintzlaffs Rede dürfte nicht zufällig gewählt sein – denn nun stehen die beiden Kracher gegen die direkten Konkurrenten Stuttgart und Hoffenheim an.
Mintzlaff von 182 Mitgliedern im Amt bestätigt
Trainer Ole Werner (37) sagte hinterher: „Man sieht, wie eng das Rennen da oben ist. Viele Mannschaften sind diese Saison sehr konstant. Du wirst dich nur durchsetzen, wenn jeder an einem Strang zieht. Und genau das hat er nochmal betont. Ich habe es als sehr positiv wahrgenommen.“ Und Mittelfeld-Ösi Nicolas Seiwald (24) sagte: „Wir wollen Champions League spielen. Das ist der Traum eines jeden Fußballers.“
Der Arbeitstag in Leipzig begann für Mintzlaff übrigens schon am Vormittag – auf der Mitgliederversammlung wurde er von den 182 Mitgliedern erneut zum Aufsichtsratschef gewählt. Anwesende berichten, man habe Mintzlaff bei seiner Rede schon noch deutlich angemerkt, wie sehr es den ehrgeizigen Boss wurmt, dass die Champions League letzte Saison verpasst wurde.
Nun liegt es an der Mannschaft, dass das kein zweites Mal passiert …