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Budapest – 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilo Gold im Wert von rund 1,3 Millionen Euro. Mit dieser Wahnsinnsladung fuhren sieben Ukrainer in zwei Wagen durch Ungarn. Dort wurde der Konvoi von den Behörden gestoppt, die wertvolle Fracht beschlagnahmt und die Männer festgesetzt. Die eine Seite spricht von einem angemeldeten Transport, die andere von Geldwäsche – und ein Konflikt spitzt sich weiter zu.

Die gepanzerten Geldtransporter waren am Donnerstag nach Angaben der ukrainischen Staatsbank Oschadbank auf dem Weg von Österreich in die Ukraine. Auf einem Autobahnparkplatz griffen Beamte der ungarischen Anti-Terror-Einheit TEK zu, zerrten laut „Telex.hu“ schwarz gekleidete Männer aus den Wagen und warfen sie zu Boden.

Andrij Sybiha (51) spricht von Geiselnahme und Gelddiebstahl

Andrij Sybiha (51) spricht von Geiselnahme und Gelddiebstahl

Foto: Global Images Ukraine via Getty Images

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha (51) schrieb auf X: „Tatsächlich sprechen wir davon, dass Ungarn Geiseln nimmt und Geld stiehlt … Das ist Staatsterrorismus und Erpressung.“ Kontakt zu den Männern sei zeitweise nicht möglich gewesen.

Transport laut ukrainischer Staatsbank angemeldet

Laut Oschadbank handelte es sich um einen ordnungsgemäß angemeldeten Werttransport. Der Aufsichtsratschef der Bank schrieb auf Facebook, Ungarn stelle die Herkunft der staatlichen Gelder „ohne Grundlage“ infrage – der Transport sei „nach internationalen Vereinbarungen“ und „mit allen nötigen Dokumenten“ erfolgt. Auch die Raiffeisenbank in Österreich sei involviert gewesen.

Das ungarische Finanzamt NAV veröffentlichte Fotos der beschlagnahmten Gelder

Das ungarische Finanzamt NAV veröffentlichte Fotos der beschlagnahmten Gelder

Foto: AFP

Budapest hält dagegen: Die Behörden ermitteln wegen Geldwäscheverdachts. Laut „AP News“ wurden die sieben Ukrainer wieder freigelassen – das Bargeld blieb aber zunächst beschlagnahmt. Außenminister Péter Szijjártó (47) fordert Aufklärung über Bargeldtransfers. Wie der „Guardian“ berichtet, seien seit Januar – so Szijjártós Darstellung – 900 Millionen Dollar, 420 Millionen Euro und 146 Kilo Gold durch Ungarn Richtung Ukraine gebracht worden.

Péter Szijjártó (47) will Licht in die Geldtransporte bringen

Péter Szijjártó (47) will Licht in die Geldtransporte bringen

Foto: via REUTERS

Im Hintergrund lodert Streit um Russen-Öl

Ist der Streit um die Ölpipeline „Druschba“ eigentlicher Auslöser für die neuerliche Spannung zwischen den Ländern? Seitdem Ende Januar der Transit des russischen Öls nach Ungarn unterbrochen wurde, blockiert Ungarn ein EU-Darlehen über 90 Milliarden Euro. Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte laut AP: „Ehrlich gesagt: Ich würde sie nicht wiederherstellen.“ Ungarns Premier Viktor Orbán kündigte an, Ungarn werde „politische und finanzielle Mittel“ nutzen, um die Wiederaufnahme der Erdöl-Lieferung zu erzwingen. In seiner Rede bei der MOL-Raffinerie am 5. März erklärte er sogar: „Wir werden den Streit um die Pipeline mit Gewalt gewinnen.“