Betroffen waren demnach auch Kiew, die westukrainischen Regionen Chmelnyzkyj und Tscherniwzi (Czernowitz) sowie die Eisenbahn in der Region Schytomyr im Nordwesten des Landes. „Es wurden Schäden in den Regionen Dnipropetrowsk, Saporischschja, Winnyzja, Odessa, Poltawa, Sumy und Tscherkassy festgestellt. Überall, wo es notwendig ist, sind die entsprechenden Dienste im Einsatz“, teilte Selenskyj bei Telegram mit. In Kiew hatte Bürgermeister Vitali Klitschko die Menschen wegen des Raketenalarms aufgerufen, Schutz zu suchen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Reise in die umkämpfte Region Donezk im Osten des Landes vor einer Frühlingsoffensive des russischen Militärs gewarnt. Diese werde gerade vorbereitet und es sei wichtig, dass die Verteidigungspositionen ausgebaut und die ukrainischen Soldaten gut ausgerüstet dafür seien, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Dabei befand er sich in der Stadt Druschkiwka, gut 20 Kilometer von der Front entfernt.

Zuvor hatte Selenskyj mehrere Kommandopunkte der Ukrainer in der Region besucht, Soldaten ausgezeichnet und sich von den Offizieren ein Lagebild geben lassen, wie aus verschiedenen Beiträgen in sozialen Netzwerken des Präsidenten hervorgeht. Es ist nicht die erste Reise Selenskyjs ins Frontgebiet. Die Region Donezk ist schwer umkämpft, die Ukrainer halten noch etwa ein Fünftel des Territoriums, darunter aber auch den gut ausgebauten Verteidigungsgürtel um das Ballungsgebiet rund um Slowjansk und Kramatorsk.

Nach längerer Pause verhandeln Moskau und Kiew inzwischen wieder über einen Weg zur Beendigung des Kriegs. Russland fordert dabei für ein Ende der seit mehr als vier Jahre andauernden Kampfhandlungen den Abzug der ukrainischen Streitkräfte aus dieser Region. Kiew lehnt diese Forderung ab.

Der US-Gesandte Steve Witkoff sieht Fortschritte bei den Verhandlungen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine. Er erklärte, dass die Gespräche nach einem umfangreichen Gefangenenaustausch, der kürzlich zwischen Washington, Kiew und Moskau vereinbart wurde, weitergehen.