Newsblog zum Krieg in Nahost

USA – Sorge, dass Angriffe nach hinten losgehen könnten

Aktualisiert am 09.03.2026 – 00:12 UhrLesedauer: 23 Min.

US-Energieminister Chris Wright spricht während der Conservative Political Action Conference (CPAC). (Archivbild)Vergrößern des Bildes

US-Energieminister Chris Wright spricht während der Conservative Political Action Conference (CPAC). (Archivbild) (Quelle: Jose Luis Magana/AP/dpa)

Der Nachfolger von Ajatollah Ali Chamenei steht fest. Ein siebter US-Soldat ist gestorben. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Die USA haben nach Angaben ihres Energieministers Chris Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen. „Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab“, sagte Wright dem Sender CNN. Zuvor hatte die Bombardierung eines Öllagers durch Israel im Iran für Aufsehen gesorgt, nach der dichte Rauchschwaden den Himmel über der Hauptstadt Teheran verdunkelten. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball.

Israels Armeesprecher Effie Defrin betonte, Israel habe in der Nacht zu Sonntag Treibstofflager angegriffen, die vom iranischen Militär genutzt worden seien. „Dies ist das Öl, das die Räder des Regimes und seine Terroraktionen gegen den Staat Israel, gegen die Region und gegen die gesamte Bevölkerung am Laufen hält“, sagte er. Israel kämpfe nicht gegen das „großartige iranische Volk“, sondern nur gegen das „Terrorregime“, erklärte Defrin.

Das Nachrichtenportal „Axios“ berichtete, die israelischen Angriffe auf die Treibstofflager seien deutlich über das hinausgegangen, was die USA erwartet hätten, als Israel Washington vorab darüber informiert habe. Das soll zur ersten bedeutenden Unstimmigkeit zwischen den Verbündeten seit Beginn des Krieges vor gut einer Woche geführt haben, schreibt das Portal unter Berufung auf einen US-Beamten, einen israelischen Beamten und eine weitere informierte Quelle. Die USA sind laut dem Bericht besorgt, dass israelische Angriffe auf Infrastruktur, die der iranischen Bevölkerung diene, strategisch nach hinten losgehen könnten. Es gibt die Sorge, dass sie zur Unterstützung der Führung in Teheran beitragen und die Ölpreise in die Höhe treiben könnten.

New York/London (dpa) – Der Ölpreis ist infolge des Iran-Kriegs erstmals seit Jahren wieder auf über 100 US-Dollar angestiegen. Der Preis für die in Europa maßgebliche Nordseesorte Brent stieg zeitweise um knapp 19 Prozent auf fast 110 US-Dollar je Barrel (159 Liter). Unmittelbar zuvor war zum Handelsbeginn in Chicago die in den USA bestimmende Sorte West Texas Intermediate (WTI) über die Marke von 100 Dollar gesprungen – ein Preisniveau, das es zuletzt 2022 gegeben hatte.

Am Freitagnachmittag war Brent-Rohöl zur Lieferung im Mai noch erstmals seit April 2024 mit über 90 US-Dollar gehandelt worden. Vor Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche lag der Preis noch um die 70 Dollar pro Barrel. Auch die Spritpreise sind seither deutlich angestiegen.

Die Angst vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt. Seit den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran passieren kaum noch Schiffe die Meerenge am Persischen Golf. Durch diese wird in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert. Sie ist auch sehr wichtig für den Transport von Flüssiggas, etwa aus Katar.