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Der Iran-Krieg trifft Hunderttausende Urlauber: Für 14 Länder gelten Reisewarnungen – und selbst Zypern und die Türkei geraten in die Schusslinie.
Teheran – Der Konflikt im Nahen Osten trifft Hunderttausende Reisende hart. Das Auswärtige Amt hat seit dem 28. Februar 2026 für 14 Länder der Region Reisewarnungen ausgesprochen. Nachdem die USA und Israel den Iran mit Luftangriffen attackiert haben, schlägt Teheran zurück – und reißt eine gesamte Region in einen Konflikt, dessen Ende nicht absehbar ist.
Die Vergeltungsschläge des Iran zielen auf umliegende Länder ab: Zahlreiche Reiseziele sind betroffen. © Altaf Qadri/picture alliance/dpa/AP
Von den Warnungen sind nicht nur die direkt am Krieg beteiligten Länder Israel und Iran betroffen, sondern fast die gesamte Golfregion: Bahrain, Irak, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien, Syrien und die Vereinigten Arabischen Emirate führt das Auswärtige Amt auf seiner Roten Liste. Die Reisewarnung für den Iran besteht bereits seit 2022 und wurde jetzt nochmals verschärft.
Iran-Krieg betrifft Urlauber und Deutsche im Nahen Osten – Auswärtiges Amt reagiert
Derzeit stecken Zehntausende Reisende, die über deutsche Veranstalter gebucht haben, in der Region fest – ein Teil davon auf Kreuzfahrtschiffen. Für besonders gefährdete Gruppen – darunter Kinder, Kranke und Schwangere – hat die Bundesregierung Rückholflüge organisiert; das erste Flugzeug landete am Donnerstagmorgen (5. März) in Frankfurt.
Der Luftverkehr in der gesamten Region ist schwer beeinträchtigt. Die Lufträume über dem Iran, Irak, Israel, Syrien, Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten sind gesperrt oder werden von Fluggesellschaften gemieden. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) rät Airlines, das Konfliktgebiet auf allen Flughöhen zu umgehen. Zahlreiche Fluggesellschaften haben ihre Flüge in den Nahen Osten und die Golfregion vorerst gestrichen.
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Der iranische Gegenschlag erfasst auch Reiseziele, die eigentlich weit vom Kriegsgeschehen entfernt sind. In der Nacht zum 2. März griffen iranische Drohnen den britischen Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern an. Zwar wurden beide Drohnen abgefangen, doch der Tourismus spürte die Auswirkungen unmittelbar: Die Flughäfen Larnaka und Paphos mussten evakuiert und vorübergehend geschlossen werden. Die Lufthansa-Gruppe – mit Eurowings, Austrian und Swiss – setzte ihre Flüge nach Zypern bis mindestens 6. März aus. Eine formelle Reisewarnung für die EU-Insel hat das Auswärtige Amt zwar nicht ausgesprochen, aber die Sicherheitshinweise wurden aktualisiert und zur erhöhten Vorsicht aufgerufen.
Auswärtiges Amt passt auch Reisehinweise für die Türkei an
Wer die Türkei als Reiseziel hat, kann vorerst etwas ruhiger bleiben: Für das Land gilt keine allgemeine Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Reisen nach Istanbul, Antalya oder an die Ägäisküste sind nach aktuellem Stand wie geplant möglich. Dennoch reicht der Konflikt bis an die türkische Grenze: Eine ballistische Rakete aus dem Iran wurde von der NATO-Luftabwehr abgefangen, noch bevor sie in den türkischen Luftraum eindringen konnte. Das Auswärtige Amt passte daraufhin seine Reisehinweise für die Türkei an. Besonders angespannt hingegen ist die Lage für Urlauber in Dubai.
Die Situation entwickelt sich weiterhin rasch. Allen deutschen Staatsangehörigen in der Region wird dringend empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und bei Bedarf die Krisenhotline unter +49 30 5000 87777 anzurufen. (Verwendete Quellen: Auswärtiges Amt, dpa) (moe)