TV-Reportage

Bürgergeld-Empfänger aus Hannover legt Ronzheimer und Sat.1 rein

Aktualisiert am 09.03.2026 – 08:56 UhrLesedauer: 2 Min.

Paul Ronzheimer: Der Journalist wagt den nächsten Karriereschritt.Vergrößern des Bildes

Paul Ronzheimer: In seiner Sat.1-Sendung wurde ihm eine Lügengeschichte aufgetischt. (Quelle: IMAGO / teutopress)

Ein Mann aus Hannover gibt sich im TV als Bürgergeld-Empfänger aus. Doch seine Geschichte war erfunden. Sat.1 muss den Ronzheimer-Beitrag später ändern.

Ein Mann aus Hannover hat offenbar mit falschen Angaben eine TV-Reportage über Bürgergeld beeinflusst. Wie Sat.1 mitteilte, habe der Mann die Redaktion der Sendung „Ronzheimer – Wie geht’s, Deutschland?“ mit gefälschten Dokumenten getäuscht. Der Sender entfernte den entsprechenden Teil der Reportage nachträglich.

In der Sendung, die Ende Februar ausgestrahlt wurde, hatte der Mann erklärt, er lebe gut vom Bürgergeld und habe kein Problem damit, dem Staat „auf der Tasche“ zu liegen. Dabei trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift „Arbeitsloser des Jahres“. Die Szene sorgte für Aufmerksamkeit, weil Moderator Paul Ronzheimer die Aussagen später auch politischen Akteuren vorhielt.

Nach Angaben von Sat.1 stellte sich die Geschichte später als falsch heraus. Der Mann habe vor, während und nach den Dreharbeiten nicht die Wahrheit gesagt und Dokumente gefälscht, um seine Darstellung glaubwürdig wirken zu lassen. Inzwischen habe er schriftlich eingeräumt, falsche Angaben gemacht zu haben.

Der Sender und die Produktionsfirma i&u Studios entfernten den Abschnitt aus der Reportage. Zudem entschuldigte sich Sat.1 beim Jobcenter Hannover. Die falschen Aussagen hätten die Behörde in ein „falsches Licht“ gerückt, erklärte ein Sprecher.

Die Folge der Sendung ist mittlerweile wieder abrufbar, allerdings in überarbeiteter Form und deutlich gekürzt. Sat.1 prüft nach eigenen Angaben derzeit auch mögliche rechtliche Schritte gegen den Mann.

Auch andere Medien hatten zuvor über den Hannoveraner berichtet. Nach Angaben von „DWDL.de“ war er unter anderem in einem Beitrag des ZDF-Magazins „Hallo Deutschland“ zu sehen. Dort seien bei den Dreharbeiten jedoch keine Zweifel an seinen Schilderungen aufgekommen.