Gegen 21.20 Uhr war es soweit: Die Stimmzettel aller 269 Gebiete in Karlsruhe waren ausgezählt. Schon früh zeichnete sich ab: Karlsruhe bleibt eine grüne Hochburg – mit Ute Leidig und Benjamin Bauer ziehen beide Direktkandidaten der Karlsruher Grünen in den Landtag ein. Leidig konnte ihr Mandat verteidigen, für Bauer ist es der erste Einzug. Er folgt auf Alexander Salomon, der nach 15 Jahren im Landtag nicht erneut kandidierte.
Ihr Wahlerfolg ist deutlich: mit 39,6 Prozent liegen sie bei den Erststimmen vor CDU (23,4 Prozent) und AfD (12,5 Prozent). Bei den Zweitstimmen beträgt ihr Vorsprung knapp das Doppelte: 42,1 Prozent der Stimmen vereinen die Grünen auf sich, es folgen CDU mit 19,9 Prozent und AfD mit 12, 1 Prozent.
6 Stadtteile gehen an die CDU, einer an die AfD – alle anderen sind grün
Die Stadtteile Stupferich, Hohenwettersbach, Palmbach und Grünwettersbach wählten in der Erststimme schwarz: Hier holte CDU-Kandidat Robin Schuster die Mehrheit der Stimmen. Drei der vier Höhenstadtteile wählten zwar mit der Erststimme Schwarz, aber mit der Zweitstimme Grün: Nur in Stupferich führt die CDU den Anteil der Zweistimmen an – ansonsten holen auch hier die Grünen alle Stadtteile. Direktkandidatin Ute Leidig konnte in ihrem Wahlbezirk Karlsruhe I (Wahlkreis 27) folgende Stadtteile für sich gewinnen:
- Waldstadt
- Hagsfeld
- Grötzingen
- Rintheim
- Oststadt
- Innenstadt-Ost
- Südstadt
- Durlach
- Wolfartsweier
- Rüppurr
- Weiherfeld-Dammerstock
- Beiertheim-Bulach
Auch im zweiten Wahlbezirk von Karlsruhe (Karlsruhe II, Wahlkreis 28) sind die Grünen Gewinner der Zweistimmen: Lediglich in Oberreut kann die AfD Stimmen holen. Grünen-Direktkandidat Benjamin Bauer punktet folgenden Stadtteilen:
- Neureut
- Nordstadt
- Nordweststadt
- Mühlburg
- Grünwinkel
- Südweststadt
- Weststadt
- Innenstadt-West
Die Stadtteile Knielingen und Daxlanden wählten mehrheitlich Katrin Schütz (CDU). Oberreut bleibt auch bei der Landtagswahl blau: Hier wählten die Stadtteilbewohner mehrheitlich den AfD-Kandidaten Rouven Stolz – er erreicht 37 Prozent der Erststimmen. Es bleibt auch der einzige Stadtteil, welcher bei den Zweitstimmen (35 Prozent) an die AfD geht. Es folgen die CDU mit 23,4 Prozent und die Grünen mit nur 18,7 Prozent.
Bitterer Abend für SPD und FDP
Die Verlierer des Abends sind die Sozialdemokraten, gefolgt von der FDP: Beide Parteien verzeichnen die höchsten Stimmenverluste gegenüber 2021. Die SPD fährt in beiden Karlsruher Wahlbezirken Verluste von -6,2 Prozent ein, die FDP verliert 3,4 Prozent im Karlsruher Westen (Karlsruhe II) und 4 Prozent im Osten (Karlsruhe I). Bei den Erststimmen ziehen die Linken mit 9,1 Prozent an der SPD (8,1 Prozent) vorbei auf Platz vier.
Top 3-Stimmenzuwachs: Im Karlsruher Osten können vor allem AfD, Grüne und CDU mehr Stimmen im Vergleich zur vorangegangenen Wahl holen. Im Westen von Karlsruhe gewinnen AfD, Grüne und Linke mehr Stimmen im Vergleich zu 2021.
Hohe Wahlbeteiligung
Die Wahlbeteiligung liegt in Karlsruhe bei 69,9 Prozent. Im Karlsruher Osten gingen 71,8 Prozent zur Wahl (2021 waren es hier knapp 63,9 Prozent), im Westen waren es 68,1 Prozent (2021 waren es 58,95 Prozent).
Weitere Informationen und Ergebnisse rund um die Landtagswahl 2026
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Corina Bohner
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Karlsruhe
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