Frühling im Berggarten
Gute Nachrichten für die Herrenhäuser Gärten: Der Bund hat Fördermittel in Höhe von 350.000 Euro für den Berggarten zugesagt, ein offizieller Bewilligungsbescheid steht allerdings noch aus.
Das Geld fließt in die anstehende Modernisierung der Bewässerungsleitungen. Sie ist lebensnotwendig für die vielfältige Pflanzenwelt des Berggartens. Deren Pflege ist durch den Klimawandel mit steigenden Temperaturen und häufigen Trockenphasen anspruchsvoller geworden. Der Fortbestand mancher Arten und somit die wertvollen, über Jahrhunderte gewachsenen Pflanzensammlungen sind gefährdet. „Ich bin sehr dankbar und freue mich sehr darüber, dass es den Herrenhäuser Gärten gelungen ist, diese Zuwendung aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes zu akquirieren“, begrüßt Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender die gute Nachricht. „Die Zusage der Förderung bestätigt einmal mehr die Wertschätzung und den nationalen Rang der Herrenhäuser Gärten als einmaliges und erhaltenswertes Denkmal der Gartenkultur“, freut sich Prof. Dr.-Ing. Anke Seegert, Direktorin der Herrenhäuser Gärten.
Um die Zukunft des Berggartens zu sichern, muss das in die Jahre gekommene Bewässerungssystem erneuert und automatisiert werden. Alle Leitungen werden neu verlegt, Hydranten und Ventile sowie deren Stromversorgung ergänzt. Nach denkmalrechtlichen Vorgaben werden die Oberflächen anschließend originalgetreu wiederhergerichtet. Aus Gründen der Finanzierbarkeit und damit der Garten während der Baumaßnahmen für Besucher geöffnet bleiben kann, ist eine zeitlich gestaffelte Umsetzung der Bauabschnitte geplant. Bis 2029 sollen im ersten Schritt die für die Wasserversorgung grundlegenden Zuleitungen unter der Herrenhäuser Straße, die Bewässerungsleitungen im östlichen Gartenbereich sowie im Eingangsbereich hergestellt werden. Die Arbeiten des Förderantrags beginnen 2027. Die Kosten dafür betragen nach derzeitiger Einschätzung rund 900.000 Euro.
Wasser für den Berggarten
Der ab 1704 angelegte Berggarten gehört wie der Große Garten und der Georgengarten zum historischen Ensemble der Herrenhäuser Gärten. Auf einer Fläche von 12 Hektar zeigt dieser botanische Schaugarten rund 12.000 Pflanzenarten aus aller Welt in Themengärten, landschaftlich gestalteten Bereichen und Schauhäusern.
Das Wasser für die Bewässerung des Freilands wird der Leine entnommen. Über die Pumpen der historischen Wasserkunst gelangt es in die den Großen Garten umgebende Graft und passiert eine Filteranlage. Von einer Pumpstation im Großen Garten wird es in den Berggarten gefördert, wo es mit Regnern und per Hand mit Gießbrausen zum Einsatz kommt. Die alten Leitungen drohten zu brechen und der Wasserdruck entsprach nicht mehr dem Bedarf; es war also höchste Zeit für eine effiziente, nachhaltige Wasserversorgung. Sie wird künftig bedarfsgerecht, flexibel steuerbar und ressourcenschonend zum Erhalt der Pflanzenwelt beitragen. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Allgemeinverfügung der Region Hannover regelt tagsüber ab einer bestimmten Temperatur in den Sommermonaten die Bewässerungszeiten per Erlass. Die verdunstungsarmen Nachtzeiten konnten aber bisher aufgrund der Arbeitszeiten nicht genutzt werden, um die nötige Feuchtigkeit in den Boden zu bringen und pflanzenverfügbar zu machen. Das neue System kann so programmiert werden, dass außerhalb der Arbeitszeiten, in den verdunstungsärmeren Stunden nachts oder in den frühen Morgenstunden, bewässert wird und arbeitet so deutlich wassersparender.
