Stand: 09.03.2026 09:23 Uhr
Wenn zwei Rapper mit ihrer Musik erfolgreich werden wollen, gehen sie meistens in eine Großstadt. Hinterlandgang ist in Demmin geblieben. Denn nur dort können sie authentisch die Geschichten erzählen, die ihr Leben ausmachen.
Pablo Himmelsbach und Albert Münzberg aus Demmin in Mecklenburg-Vorpommern sind Anfang des Jahres mit ihrem aktuellen Album auf Platz sieben der Charts eingestiegen. Ihre Heimatgegend ist ihnen immer sehr nah. „Auch wenn es manchmal hier so ruhig ist“, meint Pablo Himmelspach, „und teilweise eine Idylle, die hier so herrscht, gibt es hier einfach auch Themen, die mich und uns total beschweren.“
Rap aus Vorpommern mit Themen aus der Provinz. Der Name ihrer Band: Hinterlandgang. „Pablo und ich haben mit 18 angefangen, Musik zu machen“, erzählt Albert Münzberg. „Wir sind im gleichen Dorf aufgewachsen und kennen uns schon unser Leben lang. Dann war natürlich immer die Frage: Wie nennen wir uns eigentlich und dann war die Idee, dass wir die Gegend, aus der wir kommen, repräsentieren möchten und das war Hinterlandgang. Und ich bin mit dem Namen immer noch sehr zufrieden.“
„Aufgewachsen zwischen Plattenbau und Bullerbü“
Sie rappen über die Perspektivlosigkeit und Strukturschwäche, die sie umgibt, aber auch von den Chancen, die die Provinz ihnen bietet. „Wir schreiben vor allem Songs über Freundschaft, weil für mich ist da Liebe eigentlich mit inbegriffen. Für mich ist es das Gefühl, das mich mit der Band oder im Alltag am Laufen hält.“
Pablo und Albert sind zusammen aufgewachsen. Ihre Kindheit war idyllisch, in der Jugend wurde es langweilig. Darum haben sie angefangen zu rappen. „Wir haben eine Zeile: ‚Aufgewachsen zwischen Plattenbau und Bullerbü‘, das trifft es so ein bisschen“, meint Albert. „So richtig zur Ruhe kommen, kann ich vor allem hier“, findet Pablo und Albert ergänzt: „Ein guter Ort, um von da aus immer wieder auch in die Welt zu gehen und in Wien oder in der Schweiz zu spielen, aber auch immer wieder zurückkommen zu können.“
„100 Tage Sommer-Open Air“ in Demmin
Gerade sind sie auf Tournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. In den großen Städten sind sie gerne zu Gast, mehr aber auch nicht. „Wir haben in Berlin gespielt. Das war ausverkauft – mega toll! Aber ich bin dann durch Berlin gegangen und habe gedacht: Es ist schön, hier so einzutauchen. Ich habe aber gemerkt, diese Stadt braucht mich überhaupt nicht. Ob ich hier arbeite oder nicht, ist eigentlich total egal für die Stadt. Ich finde, was die Provinz kann, ist, sehr viele Orte zu haben, an denen so wenig los ist, dass du dich da entfalten kannst. Dass du diese Freiräume nutzen kannst und sie halt mit deinen Inhalten füllen kannst“, sagt Albert Münzberg.
Zum Beispiel in der Waldbühne Demmin, einem Relikt aus DDR-Zeiten. Jedes Jahr veranstaltet die Hinterlandgang hier ihr eigenes Festival. „‚Das 100 Tage Sommer-Open Air‘ ist auf der einen Seite eine coole Party, wo Bands aus der Region spielen und Bands von weiter weg“, erklärt Pablo. „Hier gibt es einen Haufen Leute, die cool sind die schöne Sachen machen“. Und Albert fügt an: „… und sich gegenseitig richtig unterstützen und auch wissen, dass es darauf ankommt.“

Der Rapper gab in der ausverkauften Barclays Arena eine atemberaubende Show, für die Fans stundenlang Schlange standen.

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