„Geht immer irgendwie weiter“
Schauspielerin erinnert sich an ihre Flucht aus der DDR
09.03.2026 – 10:18 UhrLesedauer: 2 Min.
Andrea Lüdke bei einer Preisverleihung (Archivbild): Die Schauspielerin wuchs in der DDR auf – und schlug später in Hamburg auf. (Quelle: IMAGO/imago)
Vor dem Mauerfall floh Andrea Lüdke aus der DDR nach Hamburg. Bei einer Gala erinnert sich die Schauspielerin an ihren Neustart, bei dem sich einiges fügte.
Schauspielerin Andrea Lüdke hat bei einem Auftritt in Hamburg an ihre Flucht aus der DDR und ihren schwierigen Start im Westen erinnert. Bei der Female Vision Gala im Hotel Atlantic am Vorabend des Weltfrauentages sprach die 62-Jährige darüber, wie sie kurz nach ihrer Ankunft in der Hansestadt zunächst ohne feste Bleibe war.
„Ich kam schon vor der Wende nach Hamburg. Ich habe mich damals in der ABC Straße beim Landessozialamt obdachlos gemeldet und einen Hotelschein erhalten“, sagte Lüdke laut einer Pressemitteilung der Veranstaltung. Untergebracht worden sei sie damals im Hotel Funk – direkt neben dem NDR.
Nur kurze Zeit später ergab sich für sie bereits eine berufliche Chance. „Eine Woche später hatte ich dann schon meinen ersten Dreh. Es geht im Leben immer irgendwie weiter“, sagte die Schauspielerin.
Lüdke war in einem kleinen Dorf nahe der deutsch-deutschen Grenze bei Wolfsburg aufgewachsen. Im Alter von 14 Jahren zog sie ins Internat eines Gymnasiums und machte 1982 ihr Abitur in Beetzendorf. „Mein Vater starb, als ich 17 war, da hatte ich noch keine Ahnung, was ich werden wollte, Tierärztin, Lehrerin oder Jura studieren, auf jeden Fall wollte ich immer irgendwas Soziales, allerdings schwierig in der damaligen DDR“, so Lüdke in ihrer Biografie auf ihrer Internetseite.
Über ein Praktikum sei sie schließlich mit der Schauspielerei in Verbindung gekommen und habe ihren Beruf gefunden. Ihre Heimat in der DDR hatte Lüdke bereits im Sommer 1989 verlassen – also noch vor dem Fall der Mauer. In einem früheren Beitrag in sozialen Netzwerken schilderte sie, wie sie damals ihr Engagement am Berliner Maxim-Gorki-Theater, ihre Wohnung und ihren gesamten Besitz aufgab, um mit gefälschten Dokumenten in den Westen zu fliehen.
Die Entscheidung sei ein Risiko gewesen. Sie habe alles auf eine Karte gesetzt, schrieb Lüdke rückblickend – auch aus Sorge um ihre Familie. Wenige Tage nach ihrer Flucht habe die Staatssicherheit ihre Wohnung geplündert. Viele persönliche Erinnerungsstücke seien verloren gegangen.
Haben Sie selbst den Neustart nach der DDR erlebt – vielleicht sogar eine Flucht oder einen Umzug in den Westen? Schreiben Sie uns Ihre Erinnerungen oder Erfahrungen gern an t-online.nord@stroeer-publishing.de.
