Die Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Hamburger Hochbahn AG sind erneut ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft hatte ihren Einigungswillen mit einem Kompromissangebot signalisiert: Im Kern beinhaltete dies eine Entgeltsteigerung von 3,4 Prozent, mind. 150 Euro, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Zuvor hatte ver.di als zentrale Gehaltsforderung 7,5 Prozent mehr Lohn bei 12 Monaten Laufzeit gestellt. Die Hochbahn lehnte dieses Angebot jedoch ab.

Die Arbeitgeberseite legte ein eigenes Angebot mit einer leicht verkürzten Laufzeit von 30 Monaten vor. Im Gegenzug wurden jedoch Erhöhungsschritte weiter nach hinten verschoben. Dies führt dazu, dass die erste Erhöhung von 2,1 Prozent, mind. 90 Euro, für 18 Monate gelten soll.

Gabriel Arndt, Gewerkschaftssekretär bei ver.di: „Bei einer derart volatilen Weltlage sind lange Laufzeiten, wie sie die Hochbahn vorschlägt, völlig inakzeptabel. Wir können den Preisen bei Diesel und Heizöl beim Steigen zusehen und sollen uns auf eine Laufzeit von 30 Monaten festlegen. Das Risiko für zu befürchtende Inflationssprünge sollen die Beschäftigten alleine tragen. Das ist absurd!“

Empört zeigt sich ver.di über die Rechen-Tricks der Hochbahn: „Die Hochbahn hat eine bereits vereinbarte Arbeitszeitverkürzung aus 2024 nun als vermeintliche Entgeltsteigerung in das ‚Angebot‘ eingerechnet. Das ist unredlich und dreist. Wir haben keine Rabatte zu vergeben – und schon gar nicht ziehen wir unsere eigenen Tariferfolge von vor zwei Jahren von unseren jetzigen Forderungen ab“, so Arndt weiter.

Thorsten Hukriede, Busfahrer und Mitglied der Tarifkommission, ergänzt: „Die Hamburger Hochbahn AG ist ein öffentliches Unternehmen, das zu 100 Prozent der Stadt Hamburg, also eigentlich uns allen gehört. Es ist an der Zeit, dass die politischen Entscheidungsträger im Hamburger Rathaus endlich von der Lohnbremse gehen.“

Die ver.di-Tarifkommission wird nun über die nächsten Schritte beraten. Der nächste Verhandlungstermin ist für den 23. März 2026 angesetzt.