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Kleve (NRW) – Der Fall sorgte am Wochenende für viel Aufsehen: Seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan gibt es an der Joseph-Beuys-Gesamtschule in Kleve eine Regel, nach der Kinder sich beim Essen ihres Pausenbrots wegdrehen sollen – weil sich ihre fastenden muslimischen Klassenkameraden daran stören könnten. Jetzt hat die Schule eine Erklärung veröffentlicht – und stellt den Vorgang als Kommunikationsproblem dar.

„Aktuell werden die Werte unserer Schule von verschiedenen Seiten in Frage gestellt. Darüber wird auch in Medien berichtet“, verbreitet die Joseph-Beuys-Gesamtschule Kleve (NRW) in einem Statement auf ihrem Instagram-Kanal. „Wir sehen die Ursache dafür in einer teilweise nicht ganz eindeutigen Kommunikation. Die von uns herbeigeführte Klärung der Tatsachen hat keine Hinweise auf ein grundsätzliches Problem an unserer Schule ergeben.“ Man werde jedoch „die Hintergründe in den kommenden Tagen gründlich aufarbeiten und klären“.

Auf Presseanfrage äußerte sich die Schule nicht, veröffentlichte aber am Sonntag ein Statement auf ihrem Instagram-Kanal

Auf Presseanfrage äußerte sich die Schule nicht, veröffentlichte aber am Sonntag ein Statement auf ihrem Instagram-Kanal

Foto: jbg_kleve/Instagram

„Schule will einfach nur ihren Ruf retten“

Kein Wort zum Ramadan-Streit oder zu der Wegdreh-Regel, alles nur eine Frage der Kommunikation? Mirijam M. (43) und Stephanie B. (41), die beiden Mütter, die den Ramadan-Streit öffentlich gemacht haben, sind enttäuscht. Sie sagen zu BILD: „Wir hätten uns gerne einen offenen Umgang damit gewünscht, doch das Problem wird einfach totgeschwiegen. Die Schule will einfach nur ihren Ruf retten, anstatt die Situation zu lösen.“

Mirijam M. (43) mit ihrer Tochter. Das Mädchen fühlt dich von den fastenden Mitschülern gemobbt

Mirijam M. mit ihrer Tochter. Das Mädchen fühlt sich von den fastenden Mitschülern gemobbt

Foto: Meike Wirsel

Mobbing-Experte: „Regel ist Diskriminierung“

Mobbing-Experte Carsten Stahl, der eine der betroffenen Familien betreut, sagt zur Wegdreh-Regel: „Toleranz ist keine Selbstverständlichkeit und keine Einbahnstraße. Diese Regel ist eine Diskriminierung und fördert Mobbing von Schülern. Das kann nicht der pädagogische Sinn dahinter sein.“

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Ein Vater sagte am Montagmorgen zu BILD, dass an der Joseph-Beuys-Gesamtschule „mehr Rücksicht auf ausländische Schüler genommen wird“. Das betreffe auch das Essen: „Mein Sohn liebt Schweineschnitzel, aber das bekommt er hier natürlich kaum.“