Testfahrt im Harz
Legendärer DDR-Zug fährt wieder – durch beliebtes Ausflugsziel
Aktualisiert am 09.03.2026 – 12:57 UhrLesedauer: 3 Min.
DDR-Prestigezug auf Testfahrt: Ein neu restaurierter Schnelltriebwagen vom Typ SVT Görlitz steht im Bahnhof Wernigerode. (Quelle: Matthias Bein/dpa)
2.542 Tage harte Arbeit haben ein Ende: Ein historischer Schnelltriebwagen rollt im Harz zu einer Testfahrt. Selbstverständlich ist dieser Meilenstein nicht.
Vor rund 58 Jahren ist er in Betrieb genommen worden – nun ist ein restaurierter DDR-Schnelltriebwagen vom Typ SVT Görlitz erstmals wieder zu einer Probefahrt unterwegs gewesen. Darüber informiert SVT Görlitz gGmbH auf ihrer Internetseite.
„2.542 Tage haben wir auf diesen einen Tag hingearbeitet“, heißt es in dem emotionalen Beitrag. „2.542 Tage voller Zweifel, Rückschläge und Herausforderungen, aber auch voller kleiner und großer Erfolge und wichtige Meilensteine, die uns immer wieder motiviert haben, nicht aufzugeben und das Begonnene zu vollenden.“
„Was lange unmöglich schien, ist Realität geworden.“
SVT Görlitz gGmbH
Der historische Zug absolvierte die Testfahrt auf der Bahnstrecke zwischen Halberstadt und Blankenburg, wie Gunnar Kloß von der Betreibergesellschaft erklärte. Die gemeinnützige Gesellschaft organisiert das Projekt rund um den Schnellzug und hat ihn vom Deutsche-Bahn-Museum in Nürnberg angemietet. Die technische Aufarbeitung erfolgt derzeit im Werk des Unternehmens VIS Verkehrs Industrie Systeme GmbH in Halberstadt.
Und dabei gab es auch Rückschläge. Im vergangenen Jahr hatten den Arbeitern etwa Probleme an der Elektrik und der Bremsanlage zu schaffen gemacht. Umso mehr freut sich die Gesellschaft nun über den erreichten Meilenstein. „Was lange unmöglich schien, ist Realität geworden“, heißt es auf der Internetseite weiter. Nun habe man all das testen können, „was in den vergangenen Jahren, oft in unzähligen ehrenamtlichen Stunden, mit Herzblut, Fachwissen und Ausdauer erarbeitet wurde.“
Der vierteilige Zug war nach der Fahrt am Dienstag unter anderem im Bahnhof Wernigerode zu sehen. Auf dem Werksgelände in Halberstadt sei der Triebwagen bereits seit längerem zu Testzwecken bewegt worden, erklärte Kloß. Jetzt stünden weitere Schritte an. „Jetzt geht es mit Probefahrten, Abnahmefahrten und Ausbildungsfahrten weiter“, sagte Kloß. Ziel sei es, im zweiten Quartal erstmals wieder Fahrgäste zu befördern.
Hinter dem Projekt steht eine Initiative von rund 80 Ehrenamtlichen. Sie sammeln Spenden und Fördermittel und bringen auch Eigenleistungen bei der Restaurierung ein. Der Zug wurde dafür in Halberstadt in Tausende Einzelteile zerlegt und umfassend aufgearbeitet – von Motoren und Kühlereinheiten über Fenster bis hin zu historischen Leuchten und neu gewebten Gardinen.
