Es war ein weitestgehend ausgeglichenes erstes Achtelfinalspiel am Sonntagabend in Duisburg zwischen den Füchsen und den Gästen aus Lindau in den Play-offs der Eishockey-Oberliga, das die Gastgeber mit 5:2 (3:1, 1:1, 1:0) für sich entschieden.

Die ersten Minuten waren entscheidend

Entscheidend war der Spielbeginn. Bereits nach etwas mehr als drei Minuten führte die Mannschaft aus Nordrhein-Westfalen mit 2:0, und diesem Vorsprung liefen die Islanders den Rest des Spiels hinterher. „Wir haben immer zum ungünstigsten Zeitpunkt das Tor bekommen. Wir sind zweimal wieder hingekommen, haben es aber nicht geschafft, dass es noch mal eng wird“, zeigte sich Lindaus Cheftrainer Michael Baindl in der Pressekonferenz enttäuscht.

Duisburgs Coach Frank Petrozza analysierte: „In den Play-offs muss man zum richtigen Zeitpunkt Tore schießen, und das haben wir heute gemacht.“ Frustriert war er aufgrund der Tatsache, „dass wir ein paar Spieler verloren haben“. Martin Schymainski, der vor der Partie seine Vertragsverlängerung per Video verkündet hatte, musste ebenso ins Krankenhaus wie Klavs Planics. „Bei Klavs war es ein Zweikampf, bei dem er offenbar unglücklich gestürzt ist. Bei Schymmi war es scheinbar so, dass der Linienrichter auf seine Schulter gestürzt ist. Wir wissen noch nicht, wie es aussieht. Nun brauchen wir unsere Förderlizenzspieler, ich hoffe, dass wir sie bekommen“, sagte Petrozza.

Ganz in Weiß

Bei den EV Lindau Islanders sieht die Personalsituation besser aus. „Wir werden mit demselben Kader auflaufen, wie am Sonntag“, verrät Michael Baindl. Wenn am Dienstag um 19.30 Uhr der erste Puck fällt, „soll die BPM-Arena beben“. So stellen sich das die Islanders vor und rufen zum Motto „All White“ auf. Die heimische Halle soll ein einziges weißes Meer werden. Die Fans sind aufgerufen, alles mitzubringen, was weiß ist – Trikots, Schals, Shirts, Hoodies, Handtücher, was auch immer. Das optische Statement soll laut Mitteilung des EVL ein Zeichen setzen: „Wir stehen zusammen. Wir kämpfen zusammen. Wir glauben zusammen.“ Die limitierten Fanschals sind am Dienstagabend ebenfalls erhältlich. Ab 18.30 Uhr öffnet vor der Arena ein gesonderter Verkaufsstand.

Diese Atmosphäre soll die Mannschaft tragen, denn die Aufgabe wird anspruchsvoll. Die Füchse Duisburg sind ein unangenehmer Gegner, physisch präsent und taktisch diszipliniert, wie sie bereits am Sonntag bewiesen haben. Doch die Lindauer haben in der Hauptrunde oft genug gezeigt, dass sie gerade an solchen Aufgaben wachsen. „Es wird wichtig sein, dass wir in der neutralen Zone schlau mit der Scheibe agieren“, weiß Baindl. „Duisburg wartet nur auf Fehler, und dann kontern die brutal gut. Das müssen wir in den Griff bekommen.“ Ohne unnötige Puckverluste kann es mit einem Sieg gegen den Vierten der Oberliga Nord klappen, denn „spielerisch sind wir eigentlich die bessere Mannschaft“, so Baindl.

Duisburg reist früher an

Die berüchtigten „Busbeine“ müssen die Füchse nach der 600-Kilometer-Fahrt von Nordrhein-Westfalen an den Bodensee nicht befürchten. Im Gegensatz zu den Islanders reisen sie bereits einen Tag früher an und werden am Bodensee übernachten. Für Spiel 3 am Freitag, 19.30 Uhr, hat der EVL dasselbe vor: „Das ist schon fix“, sagt Baindl, der dann das Heimrecht nach Lindau holen möchte. „Jetzt müssen wir aber erst einmal hier gewinnen, und dann fahren wir am Donnerstag hoch.“

Die weiteren Ergebnisse der ersten Play-off-Runde: Hannover Scorpions – Höchstadt Alligators 7:1 (3:1, 1:0, 3:0); Tilburg Trappers – Passau Black Hawks 6:3 (1:1, 3:1, 2:1); Hannover Indians – EC Peiting 6:0 (1:0, 4:0, 1:0); Deggendorfer SC – Herford Ice Dragons 5:2 (1:1, 1:0, 3:1); Memmingen Indians – Icefighters Leipzig 6:2 (2:0, 1:1, 3:1); Tölzer Löwen – Hammer Eisbären 3:4 n.V. (0:1, 1:2, 2:0, 0:1); Selber Wölfe – Saale Bulls Halle 4:2 (2:0, 1:0, 1:2).