EU warnt vor Wirtschaftskollaps in Russland

Bildbeschreibung: Eine Europa Flagge.

Der EU-Sanktionsbeauftragte David O’Sullivan sieht die russische Wirtschaft kurz vor dem Zusammenbruch. „Die russische Wirtschaft befindet sich in einem verheerenden Zustand. Alle Wirtschaftsindikatoren blinken rot“, sagte O’Sullivan im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Das Land taumelt in eine Rezession, hat große Probleme mit den öffentlichen Finanzen, mit der Inflation und mit sehr hohen Zinsen“, so der Top-Beamte der EU-Kommission weiter. Die Banken würden auf sehr schlechten Krediten sitzen, die die Industrie zur Finanzierung der Kriegswirtschaft aufnehmen musste. Nun könnten die Unternehmen die Kredite nicht mehr begleichen. „Russland steht kurz vor einer Finanzkrise, ähnlich wie 1998.“

„Natürlich kann ein Diktator, der entschlossen ist, den Krieg um jeden Preis fortzusetzen, genau das auch tun“, so der irische Diplomat. Irgendwann werde die Situation aber unhaltbar. O’Sullivan spricht vom Hemingway-Moment: Ernest Hemingway soll auf die Frage, wie man bankrottgehe, gesagt haben: „Erst sehr langsam, und dann sehr schnell.“ Der EU-Sanktionsbeauftragte ist überzeugt, dass dies auch für Russland gelte: „Ich glaube, dass die russische Wirtschaft erst sehr langsam und dann sehr schnell zusammenbrechen wird. Wir wissen nur nicht genau, wann dieser Hemingway-Moment kommt.“

Die vollständige Interview-Passage:

Warum gelingt es der EU nicht, Russland mit Sanktionen zum Ende des Krieges zu bewegen?
Zunächst einmal würde ich niemals behaupten, dass Sanktionen Russland in die Knie zwingen könnten. Manche Leute haben vielleicht gedacht, dass Sanktionen sofort Wirkung zeigen würden, doch so einfach ist es nicht. Ich bin mir jedoch absolut sicher, dass vier Jahre Sanktionen erhebliche Auswirkungen hatten. Die russische Wirtschaft befindet sich in einem verheerenden Zustand. Alle Wirtschaftsindikatoren blinken rot. Das Land taumelt in eine Rezession, hat große Probleme mit den öffentlichen Finanzen, mit der Inflation und mit sehr hohen Zinsen. Die Banken sitzen auf sehr schlechten Krediten an die Industrie, die mehr oder weniger gezwungen war, diese zur Finanzierung der Kriegswirtschaft aufzunehmen. Die Banken wollen ihr Geld zurück, doch die Unternehmen können es nicht zurückzahlen. Russland steht kurz vor einer Finanzkrise, ähnlich wie 1998.

Dennoch konnte das Putins Krieg nicht stoppen. Natürlich kann ein Diktator, der entschlossen ist, den Krieg um jeden Preis fortzusetzen, genau das auch tun. Aber irgendwann wird die Situation unhaltbar. Ich zitiere gerne Ernest Hemingway: Auf die Frage, wie man bankrottgehe, sagte er: „Erst sehr langsam, und dann sehr schnell.“ Ich glaube, dass die russische Wirtschaft erst sehr langsam und dann sehr schnell zusammenbrechen wird. Wir wissen nur nicht genau, wann dieser Hemingway-Moment kommt. Viele glauben, dass er innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate eintreten wird. Aber ich möchte ganz klar sagen: Sanktionen allein können den Krieg nicht stoppen. Es braucht auch militärische und finanzielle Hilfe für die Ukraine.

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Autor: © RND / Redaktion

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