Zehn Jahre nach Beginn der Berliner Schulbauoffensive geht es jetzt Schlag auf Schlag. „Allein im vergangenen Schuljahr sind über 8000 Schulplätze zusätzlich geschaffen worden, und im laufenden Schuljahr werden es weitere rund 9000 zusätzliche Schulplätze sein“, lautet die aktuelle Auskunft der Bildungsverwaltung.
Besonders deutlich zeigt sich der Fortschritt beispielsweise in Wedding, Mariendorf, Adlershof, Mahlsdorf und Biesdorf, denn auch in diesen fünf Regionen können die neuen Gebäude zum neuen Schuljahr bezogen werden. Anmeldungen sind teilweise bereits möglich, was die Familien der aktuellen Siebtklässler besonders interessieren dürfte. „Die Schulneubauten werden ab Juni an die Bezirke übergeben“, teilte die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Howoge am Montag mit.
1400
Schülerinnen und Schüler haben an Berlins größter neuer Schule Platz.
Zu den Neubauten zählt die Gemeinschaftsschule Adlershof in Treptow-Köpenick. Es ist die größte Schule, die derzeit in Berlin entsteht. Allein das Grundstück ist mit 3,5 Hektar fast so groß wie fünf Fußballfelder, rechnet die Howoge vor. Dort sollen künftig 1400 Kinder und Jugendliche zur Schule gehen. Insgesamt werden allein durch die Howoge 4050 zusätzliche Schulplätze aktuell fertiggestellt.
Darunter befindet sich auch der Neubau des Heinrich-Hertz-Gymnasiums in Friedrichshain, der allerdings erst nach Beginn des neuen Schuljahres bezogen werden kann. Er wird Platz für rund 750 Jugendliche bieten. Die Schule ist Berlins profilierteste Schule im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich.
Das neue Gebäude des Heinrich-Hertz-Gymnasiums im Modell.
© AFF Architekten GmbH
Erst Sekundarschule, dann Gymnasium
In Wedding wird nach Angaben der Howoge das vierzügige Gymnasium Schulstraße für 664 Schülerinnen und Schüler fertig. Es dient allerdings zunächst als Ausweichquartier für die Albert-Gutzmann-Schule, sodass die zusätzlichen Kapazitäten voraussichtlich erst zum Schuljahr 2030/31 zur Verfügung stehen werden, lautet die Einschätzung der Bildungsverwaltung. Dadurch könne das Gebäude der Gutzmann-Schule zügiger saniert werden.
In Mitte hatte sich die Anmeldesituation der Gymnasien bereits durch das neue Rosalind-Franklin-Gymnasium entspannt, das 2024 kurzerhand in einem ehemaligen Kolleg eröffnet worden war.
Hinter dieser neuen Fassade an der Schulstraße verbirgt sich ein modernes Lern- und Teamhaus. Zunächst zieht die Albert-Gutzmann-Schule ein.
© HOWOGE
In der Eisenacher Straße in Mariendorf (Tempelhof-Schönberg) entsteht derzeit eine sechszügige Integrierte Sekundarschule (ISS) mit rund 600 Schulplätzen. Hierhin zieht die bisherige ISS Berlinickeplatz um und wird dort zur Minna-Cauer-Schule.
An der Garzauer Straße in Biesdorf (Marzahn-Hellersdorf) soll eine ebenfalls sechszügige ISS mit 600 Plätzen fertiggestellt werden. Es ist eine von zwei neuen ISS, die gerade im Bezirk entsteht. Die andere eröffnet in Mahlsdorf und wurde von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gebaut.
Auch der Neubau an der Garzauer Straße soll im Juni an den Bezirk übergeben werden.
© HOWOGE
Trotz Neubauten bleibt der Mangel groß
Trotz des nunmehr rasanten Fortschritts im Neubau ist das Defizit aber noch lange nicht beseitigt. Die Bildungsverwaltung bezifferte den Mangel am Montag auf rund 5000 Plätze an den Gymnasien und über 9000 an Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen. Auch im Bereich der Förderschulen gibt es einen Mangel, vor allem im Bereich der geistigen Entwicklung.
Daher geht der Neubau unverdrossen weiter. „Parallel zu den aktuellen Fertigstellungen starten noch in diesem Jahr vier weitere Bauvorhaben“, kündigt die Howoge an. Demnach entstehen seitens der Wohnungsbaugesellschaft in Lichtenberg zwei neue Grundschulen, in Spandau die Gemeinschaftsschule Insel Gartenfeld sowie ein Gymnasium an der Rhenaniastraße, lautet der Ausblick.
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Die Howoge zählt mit einem eigenen Wohnungsbestand von rund 82.150 Wohnungen (Stand: 30.06.2025) zu den größten Vermietern deutschlandweit. Sie übernimmt für das Land Berlin den Neubau und die Großsanierungen von Schulen.
Der Bedarf ist groß: Nach den Daten aus der Bildungsverwaltung gab es zum Beginn des vergangenen Schuljahres rund 408.000 Schülerinnen und Schüler an den allgemeinbildenden Schulen der Hauptstadt. Die Zahl war damit noch um gut 4000 höher als im Jahr davor, als sie erstmals seit 25 Jahren wieder über die 400.000-Marke gestiegen war. (mit dpa)