Der Catering-Betreiber ist immer wieder in den Schulen vor Ort und sieht, welchen Einfluss es hat, ob Kinder ein ordentliches Mittagessen bekommen haben. Wenn die Preise beim Mittagessen steigen, weil etwa der Mindestlohn erhöht wurde, bemerkt Torsten Weiße-Köhler eine Parallelentwicklung bei den Essensanmeldungen: „Da hast du immer ein oder zwei Monate, wo die Essenszahlen zurückgehen und wo auch mehr Kinder zum Beispiel mit Brotdosen kommen.“ Manche Eltern meldeten ihre Kinder nach einiger Zeit wieder an – wenn die Stulle eben auch nicht gegessen wird. Aber die, die es sich nicht mehr leisten können, würden dauerhaft wegbleiben, resümiert Weiße-Köhler. Zum Jahresanfang hat Monk Catering die Senkung der Mehrwertsteuer weitergegeben – um ein Zeichen zu setzen, sagt Weiße-Köhler. Das Essen ist also wieder etwas günstiger geworden.

Weniger Bürokratie und Zuschüsse vom Land

Torsten Weiße-Köhler wünscht sich vor allem weniger Bürokratie. Sein bestes Beispiel: Einmal im Jahr muss er alle Leitern überprüfen, die Sprossen zählen und mögliche Defekte dokumentieren. „Ich habe 18 oder 19 Listen zu führen, nur um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Das ist wirklich Wahnsinn.“ Sein zweiter Wunsch: Dass Caterer und Eltern das Thema Essen nicht mehr unter sich ausmachen müssen – sprich: dass der Staat eingreift. Weiße-Köhler hält eine Grenze von etwa 3,50 Euro für realistisch. „Das ist ein Preis, den Eltern zahlen wollen und auch zahlen können.“

Damit lassen wir am Ende die Kinder allein.

Torsten Weiße-Köhler
Catering-Betreiber

Für eine solche Deckelung der Essenspreise spricht sich auch der Landeselternrat Sachsen aus. Gerade im Grundschulbereich sollte die Verpflegung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachtet werden, sagt Ronald Lindecke, der Vorsitzende der Elternvertretung: „Hier könnte man sagen, der Freistaat gibt etwas dazu, dass wir zumindest für die Klassenstufen eins bis vier eine vernünftige Essensorganisation hinbekommen.“

An dem Punkt sind sich Caterer und Eltern einig: Niemand sollte mit den Kosten allein gelassen werden. „Damit lassen wir am Ende die Kinder allein und schließen sie einfach aus, nur weil die Eltern sich das nicht leisten können“, sagt Torsten Weiße-Köhler.