Liebe Leserin, lieber Leser,

dann
und wann, wenn in den Alpen Schnee liegt, darf ich an dieser Stelle
mit Ihnen plaudern. Bei Ihnen in Hamburg sind gerade Skiferien und
ich bin ja Tiroler – angeblich werden wir mit zwei Brettern an den
Füßen geboren. Da hat mich die Rossbauer Maria, die ja aus
Niederbayern kommt, gefragt, ob ich nicht ein bissl übers Skifahren
schreiben könne. Vor ein paar Jahren hätte ich da schulterzuckend
nein gesagt. Heute ist das anders.

Weil
man das als Tiroler so macht (machen muss), habe ich als Kind
Skifahren gelernt. Es waren die 1980er und ehrlich: Es war höchstens
mittelschön. Klimbim wie Softshell- oder Funktionsjacken,
Hightech-Unterwäsche und Helme gab es nicht. Es war nass, kalt und
die Skischuhe taten den Füßen weh. Skier waren zwei gerade Bretter
und es war quasi unmöglich, ohne Schweiß, Tränen und Wutanfälle
zu lernen, die Piste runterzukommen. Warum man sich das alles antut,
war mir ein Rätsel und blieb es erst
mal.
Deshalb habe ich als Jugendlicher, wenn man nicht mehr alle
Unternehmungen der Mama mitmachen muss, mit dem Unfug
aufgehört.

Doch
dann, mehr als ein Vierteljahrhundert später, im zweiten
Coronawinter, habe ich mir gedacht, ich probiere das jetzt nochmal!
Ich zog los und lieh mir zum ersten Mal Carvingskier aus. Als die
erfunden wurden, hatte ich Skifahren schon boykottiert. Ich besorgte
mir außerdem angenehm wärmende Unterwäsche sowie einen Skianzug
und habe mich mit Kleinkindern auf den Zauberteppich gestellt, eine
Art Förderband für Anfänger.

© Pia Bublies für die ZEIT/​DIE ZEIT

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Elbvertiefung – Der tägliche Newsletter für Hamburg

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Und
wissen Sie was? Ich konnte es auf Anhieb! Den Hintern gut
positionieren, bissl nach links und rechts lehnen und dahin geht’s.
Es ist fast eine Frechheit, wie einfach das mit dem modernen
Equipment ist. Alle Tränen der Achtziger wären vermeidbar
gewesen!

Für
Sie aber, liebe Hamburgerinnen und Hamburger, ist das eine gute
Nachricht. Allen, die gerade noch nicht bei uns urlauben,
aber überlegen, die hohe Kunst des Wintersports zu erlernen – und
ein wenig Bammel davor haben, denen kann ich sagen: keine Panik, Sie
kriegen das hin. Hey, wenn ich das geschafft habe …

In
diesem Sinn wünsche ich schöne Ferien und viel Spaß beim Wedeln.

Ihr
Florian Gasser

PS:
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unseren Newsletter, den Gemischten
Satz
.
Da gibt es jeden Freitag eine ordentliche Dosis Österreich.

Was heute wichtig ist

© Rabea Gruber/​PA

Im
vergangenen Jahr haben mehr als 2,2
Millionen Menschen die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie
besucht.

Die Gäste
mit einem Konzertticket eingerechnet, waren es laut einem Sprecher
des Konzerthauses mehr als drei Millionen Menschen.

Das
Westfield-Einkaufscenter
in der Hafencity wurde von Hackern angegriffen
.
Nach Angaben des Betreibers konnten Unbefugte auf eine Datenbank mit
Kontaktinformationen von Mitgliedern des Treueprogramms sowie
Newsletter-Abonnenten zugreifen. Alle potenziell Betroffenen sowie
die Datenschutzbehörden
seien
informiert worden.

Der
Bund
will deutschen Schiffbauern helfen, Großaufträge zu finanzieren
.
Das bestätigte Christoph Ploß, Koordinator der Bundesregierung für
maritime Wirtschaft. Werften können demnach einen Antrag stellen,
wenn sie eine Bürgschaft von mindestens 20 Millionen Euro brauchen.
Beim
Schiffsbau müssen Werften häufig in Vorleistung gehen, seit der
Schifffahrtskrise verleihen aber weniger Banken Geld an Werften.

Bei
einer großangelegten
Razzia im Baugewerbe

in mehreren Bundesländern hat der Zoll auch in Hamburg Objekte
durchsucht. Es geht um den Verdacht auf Steuerhinterziehung in
Millionenhöhe.

Die
Hochbahn
entwickelt eine neue Kundenapp,

die
eine gemeinsame Plattform für Bus, Bahn und geteilte
Mobilitätsangebote wie Carsharing sein soll. Eine kleine
Anfrage der
CDU an den Senat ergab, dass bereits 1,8
Millionen Euro in die Entwicklung geflossen sind.

Aus Hamburg

© Philipp Meuser für DIE ZEIT

„Die Wände sind ein entscheidender Punkt“

Wohnraum
ist in Hamburg knapp – gleichzeitig stehen eine Million
Quadratmeter Bürofläche leer. Könnte da nicht jemand einziehen,
wenigstens vorübergehend? Drei Architekturstudentinnen testen das.
Lesen Sie hier einen Auszug aus dem Interview von ZEIT-Redakteurin
Viola Diem.

DIE
ZEIT:
Frau Sottorf, Frau Stiehle, Frau
Erdmann, Sie studieren Architektur an der HafenCity Universität und
experimentieren damit, leer stehende Büroflächen als Wohnraum zu
nutzen. Seit Mitte Februar arbeiten Sie in einer ehemaligen
Skiwerkstatt in Eidelstedt. Was machen Sie da?

Juli
Sottorf:
Wir testen hier Prototypen,
die wir in den vergangenen Monaten entwickelt haben.

Emma
Stiehle:
Wir haben an einer Wand
gearbeitet, die leicht auf- und abbaubar und höhenverstellbar ist.
Büroetagen sind oft sehr weitläufig. Wenn man sie in einzelne
Zimmer unterteilen will, stellt man fest: Die Wände sind ein
entscheidender Punkt.

Leona
Erdmann:
Die bauen wir mithilfe von
Holzplatten und Drehstützen, das sind diese höhenverstellbaren
Streben, die man sonst nimmt, um Decken abzustützen.

Stiehle:
Uns ist wichtig, dass sich die Wohnsysteme, die wir entwerfen, leicht
auf- und abbauen lassen und dass sie für die Bewohnerinnen schnell
und einfach zu nutzen sind, da es uns darum geht, eine Fläche
vorübergehend bewohnbar zu machen.

ZEIT:
Warum? Könnte man Büros nicht auch dauerhaft in Wohnraum umbauen?

Stiehle:
Natürlich würden wir es Eigentümerinnen und Eigentümern ans Herz
legen, ihre leer stehenden Büroflächen ganz zum Wohnen freizugeben,
um die Wohnungsnot zu bekämpfen. Nur müsste das Büro bei einer
dauerhaften Wohnnutzung auch im Grundbuch umgetragen werden. Ein
Wohngebäude ist in Hamburg im Verkaufspreis aber weniger wert als
ein Gewerbegebäude. Darauf haben viele Eigentümerinnen wenig Lust.
So kam die Idee mit der Zwischennutzung.

Sottorf:
Ein grundsätzliches Problem ist, dass es für eine dauerhafte
Umnutzung zu viele Hürden gibt. Eigentümer von Gewerbeflächen
haben zum Beispiel mehr steuerliche Vorteile. Da bräuchte es mehr
politische Hebel.

Welche
Erkenntnisse die drei bei ihrem Experiment gewonnen haben,
lesen Sie weiter in der ungekürzten
Fassung. →
Zum Interview (Z+)

Schon gelesen?

© Lea Greub für DIE ZEIT

„Dass man mich wirklich zum Schweigen bringen will, das ist neu“

Bei
einer Lesung von Alice Schwarzer im Schauspielhaus haben
Protestierende am Sonntag die Bühne gestürmt. Hier spricht die Frauenrechtlerin mit ZEIT-Autorin Jana Simon über den Vorfall und die
heutige Debattenkultur. →
Zum
Artikel (Z+)
 

Darauf können Sie sich freuen

Am
20. März gibt es in der Konzertreihe OrgelPlus von St. Michaelis ein
Programm mit Orgel und Tanz. Der Michelkantor Magne Draagen spielt
„Sept
Chorals-Poèmes pur les sept paroles du Christ“ des Komponisten
Charles Tournemire
. Der norwegische Tänzer Sigmund Hegstad setzt das Werk visuell um.
Das Lichtdesign der Aufführung ist von Michael Batz.

20.3.,
19.30 Uhr; St. Michaelis, Englische Planke 1, Tickets
gibt es hier

Meine Stadt

Kunst an der Brücke (Eppendorfer Mühlenteich) © Petra Quaas

Hamburger Schnack

Unser
Enkel Henry, fünf Jahre alt, fährt mit seiner Mutter zu uns. Im
Auto ist er ganz still und wirkt nachdenklich. Schließlich schaut er
sie ernst an und sagt mitfühlend: „Mami, es ist soooo traurig, dass
Opa und Oma keine Kinder haben!“

Gehört
von Marie Aldag

Das war die Elbvertiefung, der tägliche Hamburg-Newsletter der ZEIT. Wenn Sie möchten, dass er täglich um 6 Uhr in Ihrem Postfach landet, können Sie ihn hier kostenlos abonnieren.