Manuel Zahn von der Uni Augsburg erklärt mit Keksen, Hundefotos, Prinzessinnen und einem Hammer, wie er auf der Suche nach den magnetbasierten Computersystemen von übermorgen winzige Skyrmionen – eine Art Magnetwellenwirbel -untersucht. Foto: Heiko Weckbrodt
6 junge Forscher tanzen, singen und hämmern in Dresden um die Gunst des Publikums
Dresden, 10. März 2026. Was kommt dabei heraus, wenn Hunderte Schotten tanzen – jeder aber seinen eigenen Clan-Tanz mitbringt? Wie kann ein Magnethammer bei der Suche nach den Computern von morgen helfen? Wie neigen sich Blumen eigentlich immer in die richtige Richtung zur nahenden Biene? Diese und weitere Fragen haben sechs Nachwuchs-Physiker und Physikerinnen tanzend, singend und hämmernd vor fast 1000 Besuchern beim „Einstein-Slam“ erörtert – wobei die jungen Frauen und Männer jeweils nur zehn Minuten Zeit hatten, ihre komplexen und hochspezialisierten Forschungsthemen allgemeinverständlich „rüberzubringen“.
Von links nach rechts: Maik Gärner von der existierenden Uni Bielefeld, Arooj Sajjad (TU Darmstadt), Manuel Zahn (Uni Augsburg), Slam-Gewinnerin Verena Brehm (TU Eindhoven), Kuan Meng (Uni Stuttgart) und Eloise Lardet (Imperial College London) sangen, tanzten und plauderten, um dem Publikum ihre Forschungsprojekte beim „Einstein-Slam“ in Dresden nahezubringen. Foto: Heiko Weckbrodt
Niederländerin Verena Brehm gewinnt Einstein-Slam mit Muskelmännern und Eiskunstläuferinnen
Am Ende gab es mit Verena Brehm von der TU Eindhoven eine klare Siegerin. Auserkoren wurde sie übrigens per Akklamation nach Physikerart: Sensoren maßen aus, wie laut der Beifall für jeden Beitrag ausfiel. Brehm, die das Zusammenspiel magnetischer und elastischer Wellen mithilfe von Eiskunstläuferinnen und Muskelmännern veranschaulicht hatte, bekam zum Dank eine – vermutlich liebevoll in China spritzgegossene – Einstein-Plastefigur als Trophäe.
Blick ins Audimax der TU Dresden beim Einstein-Slam 2026. Foto: Heiko Weckbrodt
Konzept: Binnen 10 Minuten selbst komplizierte Forschung unterhaltsam erklären
Der Einstein-Slam im größten Hörsaal der TU Dresden, im „Audimax“ an der Bergstraße, gehört zum Begleitprogramm der DPG-Frühjahrstagung. Dabei handelt es sich mit mehreren Tausend Teilnehmern um eine der größten Physikertagungen in Europa, für die Dresden schon mehrmals Gastgeber war. Das Format „Einstein-Slam“ gibt es schon länger. Die Idee dabei: Junge Wissenschaftler sollen binnen zehn Minuten selbst komplizierteste Forschungen unterhaltsam so erklären, dass hinterher alle im Publikum schlauer sind. Der Sieger wird, wie erwähnt, per Beifalls-Messung ermittelt.
Einsteins Gravitationswellen für Laien
Die Slams sind fester Begleiter von DPG-Tagungen, aber auch andere öffentliche und kostenlose Publikumsveranstaltungen. So wird Michèle Heurs von der Uni Hannover am Mittwoch, 11. März 2026, ab 19 Uhr im Audimax im Dresdner Hörsaalzentrum an der Bergstraße allgemeinverständlich und auf Deutsch die Frage beantworten: „Gravitationswellenastronomie – quo vadis?“. Sie will erläutern, warum Einsteins Schwerkraftwellen ein „völlig neues Beobachtungsfenster zum Universum aufgestoßen“ haben, welchen Aufwand die Physiker in unterirdischen Laboren und mit kosmischen Laser-Satelliten betreiben, um diese Wellen überhaupt aufzuspüren – und warum Europa nun das „Einstein-Teleskop“ plant, das die Sachsen gerne in der Lausitz bauen würden.
→ Mehr Infos hier im Netz: zum Einstein-Slam, zur DPG-Tagung in Dresden und zum morgigen Publikums-Vortrag.
Autor: Heiko Weckbrodt
Quellen: Vor-Ort-Besuch, Einstein-Slam, DPG, Oiger-Archiv

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