Vergangene Woche schickten sich ARD und ZDF an, den Reformstaatsvertrag aus dem Dezember 2025 umzusetzen. Sie werden drei Kanäle streichen: „tagesschau24“, „One“ und „ARD-Alpha“. Na bitte, es geht doch, möchte man den Intendanten zurufen, obgleich ihre neue Reformbereitschaft nicht ganz freiwillig war und jedem sicher noch der eine oder andere Kanal einfiele, der ebenfalls im Fernseharchiv vermodern dürfte.
Geradezu einladend sind übrigens die Worte der beiden Chefs von ARD und ZDF. Der ARD-Vorsitzende Florian Hager erklärte, zusammen könne man noch besser werden. ZDF-Intendant Norbert Himmler blies in dasselbe Horn. Mit der Zusammenarbeit zwischen ARD und ZDF komme das Beste beider Welten zusammen. Wie recht sie haben! Nur: Was folgt daraus?
Es ist nach wie vor nicht zu verstehen, warum die Bundesrepublik Deutschland unter den westlichen Demokratien eines der wenigen Länder sein soll, das über zwei staatliche Sender verfügt. Selbst im Mutterland des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, in Großbritannien, steht die BBC allein neben einer Vielzahl von privaten Anbietern.
Das klassische Fernsehzeitalter geht zu Ende. Schon heute tummeln sich mehr und mehr Menschen in der Streamingwelt. Dennoch haben die Öffentlich-Rechtlichen ihre Berechtigung. Gerade in der davoneilenden Gegenwart aus Krieg und Krisen erfüllen sie die wichtige Aufgabe der Nachrichtenvermittlung. Nur: Das kann auch ein öffentlich-rechtlicher Sender leisten – gern ein Mischwesen aus ZDF und ARD.
Wie sagte der ARD-Vorsitzende? Gemeinsam könne man nur besser werden.