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Berlin – Jörg Meuthen (64) war bis 2022 AfD-Chef, wurde dann Vize-Chef der Kleinstpartei Werteunion. Jetzt aber macht er Schluss mit der Politik, tritt von allen Ämtern zurück! Grund: das Wahl-Desaster in Baden-Württemberg. Die Werteunion kam dort bei der Landtagswahl nur auf 0,2 Prozent der Stimmen.

Meuthen zu BILD: „Dieses Wahlergebnis war eine wirklich heftige Enttäuschung.“ Er habe selbst nicht geglaubt, dass die Werteunion über die Fünf-Prozent-Hürde kommt. Aber gut ein Prozent habe er schon für möglich gehalten.

Meuthen war Spitzenkandidat der Werteunion bei der Landtagswahl – will sich jetzt aus der aktiven Politik zurückziehen: „Ich gebe alle Parteifunktionen auf, bleibe nur einfaches Parteimitglied. Ich bin bereits als Vize-Landesvorsitzender zurückgetreten.“ Er werde auf dem Bundesparteitag der Werteunion auch nicht mehr für den Bundesvorstand kandidieren.

Meuthen: Werteunion fehlte das Geld

In einem Brief an die Werteunion-Mitglieder (liegt BILD vor) nennt Meuthen vor allem zwei Gründe für das Scheitern seiner Partei in Baden-Württemberg:

► Zu wenig Geld: Die Werteunion sei „sinnbildlich mit einer Wasserpistole bewaffnet“ gewesen, habe aber „gegen hochgerüstete Armeen“ der etablierten Parteien kämpfen müssen. Diese hätten im Wahlkampf wohl „das etwa Hundertfache an finanziellen Mitteln“ gehabt.

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► Zu wenig Mitstreiter: Die Werteunion in Baden-Württemberg habe „aktuell knapp über 200 Mitglieder“, den Wahlkampf hätten nur „60-70 hochaktive Mitglieder bestritten“.

Meuthens Fazit: „Ich habe mit meinem Gesicht und meinem Wort den Wahlkampf angeführt. Ich habe das Ziel eines Einzugs in den Landtag ausgegeben, das wir nun tatsächlich meilenweit verfehlt haben.“

Meuthen war von 2015 bis 2022 einer von zwei Bundessprechern der AfD. Nach einem Machtkampf mit dem rechtsextremen Flügel um die Ausrichtung der Partei trat er 2022 aus der AfD aus. Zu BILD sagt er heute: „Ich bin mit meiner tief freiheitlichen Überzeugung vielleicht inzwischen falsch in meinem Land. Das muss ich als Demokrat respektieren. Es gibt glücklicherweise auch ein Leben außerhalb der Politik.“