Die ÖDP-Stadtratsfraktion setzt sich für eine schnelle Verbesserung der hausärztlichen Versorgung im Erlanger Stadtteil Eltersdorf ein. Mit einem Dringlichkeitsantrag für die Sitzung des Haupt-, Finanz- und Personalausschusses (HFPA) am 18. März 2026 fordert die Fraktion, dass die Stadtverwaltung konkrete Möglichkeiten prüft, um die Wiederansiedlung einer Arztpraxis im Stadtteil aktiv zu unterstützen.

„Die wohnortnahe medizinische Versorgung ist ein zentraler Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Gerade für ältere Menschen oder Familien ist es wichtig, eine Hausarztpraxis im eigenen Stadtteil zu haben“, betont ÖDP-Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat Joachim Jarosch. „Deshalb sollte die Stadt alle Möglichkeiten ausschöpfen, um eine Wiederansiedlung einer Praxis in Eltersdorf aktiv zu unterstützen.“

Auch aus Sicht der Eltersdorfer Betreuungsstadträtin Barbara Grille besteht Handlungsbedarf: „In Eltersdorf gibt es geeignete Räumlichkeiten für eine Arztpraxis. Jetzt gilt es, den Standort aktiv zu bewerben und mögliche neue Versorgungsmodelle mitzudenken“, erklärt sie. „Unser Ziel ist klar: Die Menschen in Eltersdorf sollen auch künftig eine verlässliche hausärztliche Versorgung in ihrem Stadtteil haben.“

Hintergrund des Antrags ist der Wegfall der bisherigen Hausarztpraxis im Stadtteil. In einer städtischen Immobilie stehen wohl grundsätzlich geeignete Praxisräume zur Verfügung.

Die ÖDP regt an, im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten weitere Maßnahmen zu prüfen. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Anreize für eine Niederlassung in einer städtischen Immobilie, eine gezieltere Vermarktung der Praxisräume an Ärztinnen und Ärzte sowie eine aktive Ansprache potenzieller Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber, Praxisgemeinschaften oder medizinischer Versorgungszentren. Auch Kooperationen mit regionalen Einrichtungen oder Modelle wie Zweigpraxen könnten eine Perspektive für den Standort bieten.

Die Stadtverwaltung soll die verschiedenen Optionen prüfen und im HFPA am 18. März 2026 über die Ergebnisse sowie mögliche konkrete Maßnahmen berichten.

ÖDP-Dringlichkeitsantrag zur HFPA-Sitzung am 18. März 2026: Unterstützung der Wiederansiedelung einer Arztpraxis und bei der Sicherstellung der ärztlichen Hausarztversorgung in Eltersdorf

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

unser Ziel ist es, die wohnortnahe medizinische Versorgung für die Bürgerinnen und Bürger auch in Eltersdorf langfristig zu sichern.

Wir beantragen, dass in der nächsten HFPA-Sitzung am 18. März 2026 das Thema Hausarztversorgung im Stadtteil Eltersdorf behandelt wird. Hierzu bitten wir, dass die Verwaltung im Vorfeld folgende Aspekte bearbeitet:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen und darzustellen, welche Möglichkeiten bestehen, die Wiederansiedlung einer Arztpraxis im Stadtteil Eltersdorf aktiv zu unterstützen.
  2. Dabei soll insbesondere geprüft werden,
    • ob und in welcher Form seitens der Stadt Erlangen mehr Anreize für eine Niederlassung in einer städtischen Immobilie geschaffen werden können,
    • wie die Vermarktung der Praxisräume besser auf Ärztinnen und Ärzte ausgerichtet werden kann,
    • ob eine aktive Ansprache potenzieller Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber, Praxisgemeinschaften oder medizinischer Versorgungszentren erfolgen kann,
    • ob Kooperationen mit regionalen medizinischen Einrichtungen oder alternative Versorgungsmodelle (z. B. Zweigpraxen oder Kooperationen) für den Standort geeignet sind.
  3. Die Verwaltung berichtet im HFPA am 18. März 2026 über die Ergebnisse der Prüfung und legt gegebenenfalls Vorschläge für konkrete Maßnahmen vor.

Begründung:

Die wohnortnahe medizinische Versorgung ist ein wichtiger Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Mit dem Wegfall der bisherigen Arztpraxis im Stadtteil Eltersdorf ist eine Lücke in der örtlichen Versorgung entstanden.

In der städtischen Immobilie, in der zuvor bereits eine Arztpraxis betrieben wurde, bestehen grundsätzlich geeignete räumliche Voraussetzungen für eine erneute medizinische Nutzung. Ausschreibungen zur Nachbesetzung der Praxisräume sind bereits erfolgt.

Die Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung erfolgt durch den zuständigen Zulassungs- und Berufungsausschuss in der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) für den jeweiligen Planungsbereich. Innerhalb dieses Planungsbereichs können sich Ärztinnen und Ärzte grundsätzlich frei niederlassen.

Umso wichtiger ist es, im Rahmen der kommunalen Möglichkeiten aktiv dazu beizutragen, die Attraktivität des Standorts Eltersdorf für eine ärztliche Niederlassung zu erhöhen und mögliche Anreize zu prüfen, damit sich wieder eine Arztpraxis im Stadtteil ansiedelt.

Mit ökologischen Grüßen 
Joachim Jarosch, Stadtrat
Gerda-Marie Reitzenstein, Stadträtin
Barbara Grille, Stadträtin/Betreuungsstadträtin für Eltersdorf

Das könnte Sie ebenfalls interessieren: