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Hannover – Ein Uni-Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist am Dienstagnachmittag wegen Kindesmissbrauchs verurteilt worden. Er hatte im Internet Kontakt zu minderjährigen Mädchen aufgenommen und diesen Fotos seines Glieds geschickt.
Mehr als ein Jahr lang chattete Facharzt Alexander T. (39, Name geändert) unter dem Pseudonym „Dreamer 9986“ mit mindestens zwei Schülerinnen (zur Tatzeit zwölf bis 13 Jahre alt) in dem u.a. bei Teenagern beliebten Messenger Snapchat. Zeitweise gab er sich als 16 Jahre alter Teenager aus und manipulierte laut Anklage die Mädchen so weit, bis sie ihm bereitwillig anzügliche Posing-Fotos von sich zurückschickten.
Eltern eines Mädchens erstatteten Anzeige
Der promovierte Uni-Mediziner flog auf, nachdem die Eltern einer 13-Jährigen aus Magdeburg (Sachsen-Anhalt) die Ekel-Chats zur Anzeige brachten. Polizisten beschlagnahmten Smartphone und Laptop des Mediziners.

Der verurteilte Arzt arbeitet an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)
Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Die Staatsanwaltschaft Hannover klagte ihn wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt und Beschaffens von Kinderpornografie an. Im Prozess räumte der 39-Jährige über seinen Anwalt die Vorwürfe ein. „Ich schäme mich für das, was ich getan habe“, heißt es in der Erklärung. Zur Tatzeit sei er allein gewesen, sozial isoliert und habe viel gearbeitet. Aus diesem Grund habe er „im Schutz der Anonymität“ Kontakt zu Frauen gesucht. „Ich habe vollständig ausgeblendet, mit wem ich da gerade rede. Ich hätte es erkennen müssen“, gab er zu Protokoll. Der Staatsanwalt: „Es drängt sich die Frage auf, ob bei Ihnen nicht bestimmte Neigungen eine Rolle spielten.“ Dem Thema Pädophilie wich Alexander T. im Verfahren aus.
Bewährungsstrafe mit Geldauflage
Urteil: zehn Monate Haft auf Bewährung, dazu eine Geldauflage von 8000 Euro an den Kinderschutzbund. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Sein Anwalt betonte, dass seinem bislang unbestraften Mandanten ohnehin „ein ganz dickes Brett erwartet“. Standesrechtlich drohe ihm nach Rechtskraft des Urteils die Aberkennung seiner Approbation. Wie die Uni-Klinik mit dem Skandal umgeht, ist offen.
Mehr zum ThemaNicht der erste Skandal um einen MHH-Arzt
Vergangene Woche hatte BILD enthüllt, dass zurzeit gegen einen anderen MHH-Arzt u.a. wegen Mordes ermittelt wird, weil er vorsätzlich schwer kranke Patienten zu Tode gespritzt haben soll.