Weltpremiere in Stuttgart: Familien-Van, Shuttle und Luxusliner – so sieht der neue Mercedes VLE aus Ein Auto, viele Gesichter: Den neuen Mercedes-Benz VLE gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen im Innenraum, aber auch von außen. Hier in der AMG-Line befindet sich der Stern im Grill. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie. Foto: Mercedes-Benz AG

Mercedes-Benz erneuert seine Van-Palette und beginnt mit dem Nachfolger des EQV. Der VLE basiert auf einer eigenen Elektro-Plattform und hat eine breite Preisspanne.

Mercedes’ neuer Van VLE soll vieles zugleich sein: Familientransporter, Shuttle-Fahrzeug und Luxusliner. Und das spiegelt sich im Preis wider: Die Spanne reicht von rund 68.000 bis knapp 135.000 Euro – je nachdem, ob man einen funktionalen Achtsitzer will oder eine rollende Erste‑Klasse-Lounge.

Mit dem VLE verabschiedet sich Mercedes von der alten Trennung zwischen Nutzfahrzeug und Pkw‑Ableitung und setzt erstmals auf eine rein elektrische Van-Plattform. Während früher erst das Nutzfahrzeug entstand und davon der Pkw abgeleitet wurde, verfolgt Mercedes beim VLE eine neue Linie: „Jetzt haben wir zwar eine gemeinsame Architektur, aber trennen die Designsprache deutlich“, sagt Thomas Klein, Leiter der Van-Sparte.

Die gemeinsame Architektur heißt Van.EA und bildet die Basis für die erste rein elektrische Plattform der Mercedes‑Vans. Künftig will Mercedes alle weiteren Van-Modelle darauf aufbauen – was Skaleneffekte ermöglichen und die Produktionskosten senken soll.

Technische Details des neuen Mercedes VLE

  • Reichweite: bis zu 700 Kilometer
  • 800-Volt-System, Schnellladen: in 15 Minuten bis zu 320 Kilometer
  • Front- und Allradantrieb
  • Hinterachsenlenkung
  • Höchstgeschwindigkeit bis zu 180 km/h
  • Maximale Anhängerlast: 1000 kg (Frontantrieb) und 2500 kg (Allradantrieb)
  • Wendekreis: 10,9 Meter (Bordstein zu Bordstein)
  • Autonomes Fahren: Level 2++ (noch nicht in Europa erlaubt)
  • Eigenes Betriebssystem MB.OS
  • Virtueller Sprachassistent inklusive Künstlicher Intelligenz von Microsoft und Google
  • Fahrassistenzsysteme mit 3-D-Animation
  • Google-Maps-Daten steuern die Luftfederung

Serienmäßig trägt die Großraumlimousine einen aufrecht montierten Stern. Mit AMG-Paket wandert er in den Grill, der an die Wabenoptik des GLC erinnert. Die markanten Rückleuchten in U‑Form orientieren sich am GLB.

Hat was von Business-Class-Sitzen im Flugzeug: die Rückbank im neuen VLE; zumindest wenn man sich für das „Exklusive mit Premium-Plus-Paket“ entscheidet. Foto: Mercedes-Benz AG

Die Bandbreite der Ausstattungen ist groß: von einer fast nüchternen Basisversion, die sich wie ein klassischer Familien-Van konfigurieren lässt, bis hin zu einem Luxus-Van, der wirkt, als stamme er direkt aus der Business Class eines Flugzeugs. Dort lassen sich die Sitze per App in eine Liegeposition bringen; ein ausfahrbarer Bildschirm ermöglicht Filme während der Fahrt, sofern man nicht gerade in einer Videokonferenz ist, denn auch dafür kann man den ausfahrbaren 79 Zentimeter großen Screen nutzen. Das Cockpit orientiert sich am CLA. Der breite Screen teilt sich in drei separate Displays, sodass auch der Beifahrer streamen oder spielen kann – wenn er für dieses Extra zahlt.

Wendekreis des Mercedes VLE vergleichbar mit einem Kompaktwagen

Obwohl der VLE 5,31 Meter misst, wendet er dank Hinterachslenkung auf nur 10,9 Metern – fast auf dem Niveau des CLA. Gerade bei einem Fahrzeug in dieser Größe ist das ein echter Vorteil. Serienmäßig hat der VLE Kameras und Sensoren für autonomes Fahren auf Level 2++. Anders als bei Level 2 lenkt, bremst und beschleunigt das System auch in der Stadt selbstständig und hält Spur sowie Abstand; rechtlich bleibt die Verantwortung beim Fahrer. In den USA und China sind solche Funktionen bereits zugelassen, in Europa noch nicht. „Wenn die Politik die Vorschriften ändert, können wir das morgen freischalten“, sagt Klein.

In China wächst das Luxus-Van-Segment kontinuierlich. Der VLE ist derweil das erste Mercedes-Modell, das in dieser Kategorie Modellen wie dem Denza D9 oder dem Lexus LM Konkurrenz macht. Allerdings müssen chinesische Kunden noch warten: Während der VLE in Europa im Sommer 2026 erstmals ausgeliefert werden soll, ist damit in China erst Anfang 2027 zu rechnen.