Am Ende waren kaum mehr Innenverteidiger auf dem Platz. Jeffrey Gouweleeuw hatte nach seinen individuellen Laufrunden das Training des FC Augsburg am Dienstag vorzeitig beendet, der Kapitän arbeitet weiter an seinem Comeback nach längerer Verletzung. Keven Schlotterbeck lief auch nur noch Bahnen, nachdem er Probleme am Gesäßmuskel hatte. Schuld war ein Zusammenprall mit einem Mitspieler vor der Partie am Samstag in Leipzig. Für die anstehende Aufgabe am Samstag (15.30 Uhr) in Dortmund aber ist Schlotterbeck wieder bereit.

Mit Noahkai Banks fehlte am Dienstag ein weiterer Innenverteidiger im Training. Der 19-Jährige hat seit einiger Zeit Probleme am Sprunggelenk, schon in der vergangenen Woche hatte er deswegen reduziert trainiert. In Leipzig stand er trotzdem in der Startelf und hielt bis zur 85. Minute durch. Die Sorgen um das Sprunggelenk sind dadurch aber nicht kleiner geworden. „Wir müssen schauen, dass wir ihn nicht in irgendetwas reinsteuern, das langfristig ist. Eigentlich sollte das nicht passieren, aber es muss einfach mal auskuriert werden“, sagte Manuel Baum am Dienstag.

Von einem baldigen Einstieg ins Mannschaftstraining bis hin zu einer komplett trainingsfreien Woche ist alles möglich. Auch, dass Banks am Samstag in Dortmund nicht spielt. Oder dass er zum Einsatz kommt, ohne unter der Woche trainiert zu haben. Davon aber geht Baum nicht aus. „Da tut man dem Spieler auch keinen Gefallen, ihn ohne Training ins Spiel zu jagen“, sagte der FCA-Trainer, „und für die anderen ist es kein gutes Zeichen.“ Für die Konkurrenten in der Innenverteidigung, die gerne selbst zum Einsatz kommen würden. „Wir sind in der Lage, Ausfälle zu kompensieren“, sagte Baum, „wir sind in der Breite so aufgestellt, dass es uns nicht umwirft, wenn einer fehlt.“

Cedric Zesiger ist nach seiner Gelbsperre zurück

Keven Schlotterbeck ist in der Innenverteidigung gesetzt, Cedric Zesiger ist nach seiner Gelbsperre zurück. Arthur Chaves zeigte in Leipzig trotz eines unglücklichen Eigentors eine starke Leistung. Auch Kristijan Jakic habe schon in der Innenverteidigung gespielt, so Baum. Und nicht zu vergessen, Eigengewächs Tim Schnitzer, der am Samstag in der Schlussphase Banks ersetzte. „Er hat es richtig gut und abgeklärt gemacht“, lobte Baum.

Schnitzer ist wie Banks ein Eigengewächs. Aber noch ist es nicht ganz so weit. Banks hat einen hohen Stellenwert – im Umfeld und in der Mannschaft. Mit dem 19-Jährigen ist das gelungen, was viele Fans fordern: einen im eigenen Klub ausgebildeten Spieler als Stammkraft bei den Profis zu etablieren. Wobei Baum am Dienstag betonte, dass zu einer solchen Entwicklung auch die Mitspieler gehören. Die erfahrenen Akteure, neben denen sich ein Talent wie Banks entwickeln kann.

Die Akzeptanz von Schnitzer ist in der Mannschaft groß

Schnitzer könnte einen ähnlichen Weg nehmen. Der 18-Jährige überzeugte am Samstag. Auch, weil ihm seine Kollegen vertrauen. Schon vor der Partie hatte Baum mit seinen Führungsspielern besprochen, dass er für den Fall der Fälle nicht zögern, sondern Schnitzer ins kalte Wasser werfen werde. Eine Idee, die der Mannschaft gefiel. „Alle haben gesagt: Klar, werf ihn rein, wir helfen ihm“, erzählte Baum.

Weil sie überzeugt sind, dass Schnitzer ein guter Spieler ist. „Die Akzeptanz in der Mannschaft ist groß, alle gehen diesen Weg mit“, sagte der Trainer. Selbstverständlich ist das nicht. Manchmal könne auch das genaue Gegenteil eintreten: dass ein junger Spieler als Gefahr für den eigenen Posten gesehen und deshalb nicht unterstützt wird.

  • Marco Scheinhof

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  • Manuel Baum

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  • Dortmund

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