Seit Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran ruht der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Öltransport strategisch wichtigen Straße von Hormus fast vollständig. Ein hochrangiger Vertreter der iranischen Revolutionsgarden erklärte, die Meerenge ⁠sei gesperrt, wie iranische Medien vergangene Woche berichteten. Der ‌Iran werde auf jedes Schiff feuern, das passieren wolle. Mehrere ‌Schiffe wurden bereits getroffen.

Keine Berichte über iranische Minen – Trump droht trotzdem

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, den USA lägen keine Berichte vor, wonach der Iran Minen in der Wasserstraße ausgelegt habe. Trotzdem machte er diese zum Brennpunktthema. Falls der Iran „aus irgendeinem Grund“ doch Minen gelegt habe, so müsse er diese sofort entfernen. Ansonsten drohten dem Iran „militärische Konsequenzen in einem bisher nie dagewesenen Ausmaß“, sagte Trump.

Kurz nach Trumps Äußerung meldete das US-Zentralkommando die Zerstörung von 16 Minenlegerbooten des Iran in ‌der Nähe der Straße von Hormus. Die Angaben konnten allerdings bislang nicht unabhängig bestätigt werden.

Der Sender CBS News hatte zuvor berichtet, US-Geheimdienste sähen Anzeichen dafür, dass der Iran Vorbereitungen ‌treffe, Minen in der Straße von Hormus zu legen. Trump hatte dies dementiert.

Iranische Raketenangriffe auf Schiffe: US-Militär findet Dienst als Begleitschutz offenbar zu gefährlich

Das US-Militär hält Eskorten von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus Insidern zufolge derzeit für zu riskant. Die Marine habe nahezu täglich entsprechende Anfragen aus der Schifffahrtsbranche erhalten, diese aber abgelehnt, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von mit der ‌Angelegenheit vertrauten Personen. Die Marine habe dies damit begründet, dass das Risiko von Angriffen derzeit zu hoch sei. Das Pentagon war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen ‌wiederholt erklärt, dass die USA ⁠im Bedarfsfall jederzeit zu Begleitschutz bereit seien, um die Transporte in der wichtigen Wasserstraße wieder aufzunehmen. Der Vorsitzende des Generalstabs der US-Streitkräfte, General Dan ‌Caine, sagte am Dienstag vor Reportern im Pentagon, das US-Militär habe damit begonnen, Optionen für mögliche Schiffseskorten zu prüfen, falls ein entsprechender Befehl ⁠erteilt werden sollte.

USA dementieren eigenen Beitrag über angebliche Eskorte für Öltanker

Die US-Regierung löschte einen Beitrag von Energieminister Chris Wright auf dem Kurznachrichtendienst X, in dem er eine angebliche Eskorte der US-Marine für einen Öltanker gelobt hatte. Der Beitrag hatte eine Reaktion auf den Ölmärkten ausgelöst.

Auch die Löschung des Beitrags sorgte für Aufsehen. Daraufhin schob das US-Energieministerium den Vorfall auf einen Mitarbeiter. Der Videobeitrag, unter dem behauptet wurde, dass die US-Marine einen Öltanker durch die Straße von Hormus geleitet habe, sei von einem Mitarbeiter falsch beschriftet worden, sagte Ministeriumssprecher Ben Dietderich am Dienstag.

Daten zeigen: Öltanker kommt ganz allein heil durch Straße von Hormus

Daten des Schiffsverfolgungsdienstes MarineTraffic zufolge passierte ein Öltanker die Straße von Hormus am Montag ohne Zwischenfall – allerdings ohne Begleitung durch die US-Marine. So sah sich auch Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt zu einer Klarstellung veranlasst. Bislang habe die US-Marine keinen Öltanker und auch kein anderes Handelsschiff durch die Straße von Hormus geleitet, sagte sie.

Spritpreis bringt Trump innenpolitisch unter Druck

Frachtschiffe wagen sich praktisch nicht mehr durch die Meerenge, durch die in Friedenszeiten etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls verschifft wird – mit verheerenden Folgen für Öl- und Gaslieferungen aus der Region.

Kaum etwas hat im Autofahrerland USA so viel Gewicht wie die Spritpreise. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind sie auch in den USA massiv gestiegen. Das bringt Trump unter Druck. Er hatte den Wählerinnen und Wählern eine deutliche Entlastung an der Zapfsäule und bei den Energiepreisen generell versprochen – indem er die Förderung fossiler Energieträger wie Öl und Kohle ausbaue.