
Die Eintracht Frankfurt Frauen wollen ihren Lauf auch im DFB-Pokal fortsetzen und in Wolfsburg den nächsten Schritt zum großen Triumph gehen. Für Sara Doorsoun kommt es zum Duell mit ihrer Vergangenheit.
Sara Doorsoun hat in ihrer bisherigen Karriere jeweils drei Jahre beim VfL Wolfsburg und drei Jahre bei Eintracht Frankfurt verbracht. Mit den Wölfinnen gewann sie die Deutsche Meisterschaft und den DFB-Pokal, in Hessen blieb sie während ihrer ersten Station titellos.
Dass sie die Eintracht dennoch deutlich mehr ins Herz geschlossen hat als den Club aus Niedersachsen, machte sie vor ihrer Rückkehr nach Wolfsburg zum DFB-Pokal-Viertelfinale am Mittwoch (18.30 Uhr) sehr klar. „Emotional macht das nicht so viel mit mir, ich bin einfach heiß auf das Spiel.“
Doorsoun voller Vorfreude
Die 34-Jährige, die sich im vergangenen Sommer in die USA verabschiedet hatte, um schon im Winter wieder zur Eintracht zurückzukehren, hat ihren Platz gefunden und möchte nun auch in Frankfurt große Triumphe feiern. „Es fühlt sich an, als wäre ich nie weg gewesen. Ich bin jetzt wieder zu Hause“, sagte sie auf der Pressekonferenz am Dienstag. „Jetzt bin ich voller Vorfreude auf das Spiel. Es gäbe für mich nichts Cooleres, als mit Eintracht Frankfurt ein Finale in Köln zu spielen.“
Zur Erklärung: Doorsoun wurde in der Domstadt geboren, genau dort wird im Mai das Endspiel im DFB-Pokal stattfinden. Klingt nach einem logischen Match und einem großen Ziel.
Die Eintracht spricht offen von Titeln
Und überhaupt: Bei den Eintracht Frankfurt Frauen, die in der Bundesliga-Tabelle auf Rang drei stehen und weiter in drei Wettbewerben vertreten sind, sind Titelträume inzwischen offiziell erlaubt. Die neue Sportdirektorin Babett Peter betonte bei ihrer Vorstellung selbstbewusst, dass zwei neue Trophäen im Titelschrank der Eintracht absolut realistisch seien.
Spielerin Doorsoun und Trainer Niko Arnautis legten am Dienstag keinen Einspruch ein. „Es ist schön, zu den Favoriten zu gehören“, sagte Doorsoun. „Es ist greifbar, am liebsten natürlich in diesem Jahr“, ergänzte Arnautis. Klare Sache: Die Eintracht ist im Angriffsmodus.
Die Sehnsucht ist groß
Dass die Aufgabe in Wolfsburg nicht leicht wird, versteht sich aber von selbst. Die Wölfinnen liegen in der Tabelle noch einen Platz vor der Eintracht und gehen als leichte Favoritinnen ins Spiel. Da die Hessinnen die Bundesliga-Partie in der VW-Stadt aber mit 3:2 für sich entschieden und vor der gerade beendeten Länderspielpause in Topform waren, ist definitiv alles möglich. „Wir werden Wolfsburg einen großen Fight liefern“, so Doorsoun.
Trainer Arnautis erinnerte pflichtgemäß zwar daran, dass jedes Spiel erst einmal gespielt werden und jeder Schritt erst einmal gegangen werden müsse. Die Möglichkeit, endlich unter dem Dach der Eintracht einen Titel zu holen, sieht aber auch er. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren jeweils frühzeitig und jeweils dramatisch (einmal Elfmeterschießen, einmal Verlängerung gegen die Bayern) vorzeitig Schluss war, ist die Sehnsucht nach einer Final-Teilnahme und anschließender Feier groß.
„Wir werden in allen Wettbewerben alles reinlegen und im Mai abrechnen“, so Arnautis. „Dann können wir vielleicht sagen, dass es eine geile Saison war.“ Der Titeltraum der Eintracht-Frauen lebt.