Die Ukraine schickt auf Bitten der USA Abfangdrohnen und Drohnenexperten nach Jordanien, um dort US-Militärstützpunkte zu schützen, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Zeitung „New York Times“.
Dem Bericht zufolge baten die USA am Donnerstag um Hilfe, woraufhin das ukrainische Team am nächsten Tag abgereist sei und in Kürze im Nahen Osten erwartet werde.
Nach Berichten des US-Portals „twz“ griff der Iran im Krieg am Golf US-Radaranlagen in Jordanien und Katar an.
Bei neuen massiven Angriffen Russlands auf die Ukraine sind in der Nacht zu Samstag mindestens elf Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Nach offiziellen Angaben wurden allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland neun Menschen getötet. In der gesamten Ukraine wurde wegen der Angriffe mit Dutzenden Raketen und Hunderten Drohnen Luftalarm ausgelöst.
Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj feuerte die russische Armee 29 Raketen und 480 Drohnen auf die Ukraine ab. Die Angriffe hätten sich auch gegen die Energieinfrastruktur und Bahnanlagen in der Ukraine gerichtet. Selenskyj forderte die Verbündeten vor dem Hintergrund des Iran-Krieges auf, dem Land weitere militärische Unterstützung bereitzustellen.
Nach einem Drohnenangriff ist örtlichen Behörden zufolge in einem Ölterminal in der südrussischen Region Krasnodar ein Feuer ausgebrochen. Die Einsatzzentrale der Region schreibt auf Telegram, 91 Feuerwehrleute würden den Brand in Armavir bekämpfen. Es gebe keine Verletzten.
Die Ukraine, deren Streitkräfte in der Vergangenheit wiederholt russische Ölanlagen angegriffen haben, äußerte sich zunächst nicht. Frühere Angriffe hatte die Ukraine unter anderem damit begründet, dadurch die Handlungsfähigkeit Russlands in dessen Angriffskrieg einzuschränken.
Russland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen und allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Beim Einschlag einer ballistischen Rakete in ein Wohnhaus seien mindestens sieben Menschen getötet worden, teilte der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, am Morgen auf Telegram mit. Unter den Toten waren demnach auch ein Junge und ein 13 Jahre altes Mädchen. Die Zahl der Opfer hatte sich am Morgen mehrfach erhöht, weil Rettungskräfte die Leichen erst nach und nach aus den Trümmern zogen.
Auf den veröffentlichten Fotos waren schwere Schäden an dem fünfgeschossigen Wohnhaus zu sehen. Demnach hatte die Rakete große Teile des Gebäudes weggesprengt. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als zehn Verletzten. „Russland hat 29 Raketen, davon fast die Hälfte ballistische Raketen, und 480 Drohnen, davon die meisten vom Typ Shahed, gegen die Ukraine eingesetzt“, teilte er in den sozialen Netzwerken mit. Einmal mehr sei die Energieversorgung Ziel der russischen Angriffe gewesen.
Betroffen waren demnach auch Kiew, die westukrainischen Regionen Chmelnyzkyj und Tscherniwzi (Czernowitz) sowie die Eisenbahn in der Region Schytomyr im Nordwesten des Landes. „Es wurden Schäden in den Regionen Dnipropetrowsk, Saporischschja, Winnyzja, Odessa, Poltawa, Sumy und Tscherkassy festgestellt. Überall, wo es notwendig ist, sind die entsprechenden Dienste im Einsatz“, teilte Selenskyj auf Telegram mit. In Kiew hatte Bürgermeister Vitali Klitschko die Menschen wegen des Raketenalarms aufgerufen, Schutz zu suchen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei einer Reise in die umkämpfte Region Donezk im Osten des Landes vor einer Frühlingsoffensive des russischen Militärs gewarnt. Diese werde gerade vorbereitet und es sei wichtig, dass die Verteidigungspositionen ausgebaut und die ukrainischen Soldaten dafür gut ausgerüstet seien, sagte er in seiner abendlichen Videoansprache. Dabei befand er sich in der Stadt Druschkiwka, gut 20 Kilometer von der Front entfernt.
Zuvor hatte Selenskyj mehrere Kommandopunkte der Ukrainer in der Region besucht, Soldaten ausgezeichnet und sich von den Offizieren ein Lagebild geben lassen, wie aus verschiedenen Beiträgen in sozialen Netzwerken des Präsidenten hervorgeht. Es ist nicht die erste Reise Selenskyjs ins Frontgebiet. Die Region Donezk ist schwer umkämpft, die Ukrainer halten noch etwa ein Fünftel des Territoriums, darunter aber auch den gut ausgebauten Verteidigungsgürtel um das Ballungsgebiet rund um Slowjansk und Kramatorsk.
Nach längerer Pause verhandeln Moskau und Kiew inzwischen wieder über einen Weg zur Beendigung des Krieges. Russland fordert dabei für ein Ende der seit mehr als vier Jahre andauernden Kampfhandlungen den Abzug der ukrainischen Streitkräfte aus dieser Region. Kiew lehnt diese Forderung ab.
Ungarns Behörden haben einen ukrainischen Geldtransport mit Millionenbeträgen und Gold gestoppt. Hier lesen Sie erste Details zu dem Vorfall.
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