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Berlin – Er rettete Leben und sah, wie Menschen direkt vor ihm starben. Dieses einschlagende Erlebnis begleitet Gerhard Sawatzki jede Minute, jeden Tag. In der neuen Folge der Sat.1-Doku-Reihe „RONZHEIMER – Wie geht’s, Deutschland?“ (Dienstag, 20.15 Uhr, Sat.1 und auf Joyn) erzählt er BILD-Vize Paul Ronzheimer, wie ihn im Nachgang eines Terroranschlags alle Behörden mit seinem Schicksal allein ließen.
Am 19. Dezember 2016 lenkt Attentäter Anis Amri einen Lkw auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin. 12 Menschen sterben, 67 werden verletzt. Auch Gerhard Sawatzki ist mit ein paar Freunden auf dem Weihnachtsmarkt. Nachdem sich das erste Chaos gelegt hat, denkt der ausgebildete Sanitäter nicht eine Sekunde nach – und hilft.

Nach dem Attentat erlitt Sawatzki eine posttraumatische Belastungsstörung
Foto: Sat.1
Ersthelfer muss eine sterbende Frau zurücklassen
„Ich erinnere mich heute noch daran, wie ich von einer sterbenden jungen Frau weggegangen bin, weil für mich klar war, dass ich nicht mehr helfen kann“, erzählt er mit tränenerstickter Stimme. „Das ist ein unglaublich belastender Punkt.“

Originalaufnahmen nach der Tat zeigen Sawatzki, wie er die Einsatzkräfte vor Ort unterstützt
Foto: Sat.1
Sawatzki ging zu einem anderen Schwerstverletzten, kümmerte sich gemeinsam mit einem Rettungsteam um den Mann. „Diese Person wurde zweimal überrollt von einem Lkw, hatte massive innere Verletzungen und hat aber überlebt.“
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Doch der Terror-Akt macht einen harten Einschnitt in das Leben des Retters. Die Bilder der Toten, der Verletzten verfolgen ihn. Eine posttraumatische Belastungsstörung wird später bei ihm diagnostiziert. Doch auch das geschaltete Berlin-Hilfetelefon für Opfer des Breitscheidsplatzes kann ihm nicht weiterhelfen: Er sei weder Opfer noch Angehöriger.

Der Attentäter raste mit einem Lkw in den Weihnachtsmarkt
Foto: Sat.1
Vor dem Anschlag führt Sawatzki ein geregeltes Leben, verdient gut in der IT-Branche und ist gerade dabei, eine Firma aufzubauen. Doch durch die Erlebnisse des Attentats ist daran nicht mehr zu denken. Er beantragt Krankengeld aufgrund eines Traumas. Erst zahlt die Krankenkasse auch, übernimmt die Therapiekosten. Doch Mitte 2017 – ein halbes Jahr nach dem Anschlag – werden die Leistungen eingestellt. Die Krankenkasse stuft ihn als arbeitsunfähig ein.
„Bürokratie kann Menschen umbringen“
„Ich habe ewig nach Hilfe gesucht und wurde immer abgeschmettert.“ Paul Ronzheimer fragt: „Was sagen die denn?“ Sawatzki: „Komm klar mit dir.“ Heute kämpft der Retter des Breitscheidplatzes mit einem Psychotherapeuten Rainer Rothe gegen den Bürokratie-Irrsinn. Rothe erklärt dem BILD-Vize, warum: „Der Schmerz und das Leid werden von Ämtern nicht anerkannt. Und das ist für viele die zweite Wunde. Bürokratie ist strukturelle Gewalt. Bürokratie kann Menschen umbringen.“
„RONZHEIMER – Wie geht’s, Deutschland?“ (Dienstag, 20.15 Uhr, Sat.1 und auf Joyn)
RONZHEIMER-Doku in Sat.1: Diese Messer-Szene schockt den BILD-Vize
Quelle: Sat.103.03.2026