Ein Schüler einer fünften Klasse macht sich Notizen, während neben ihm ein Tablet zu sehen ist.

Stand: 11.03.2026 09:42 Uhr

Als eine der ersten Kommunen in Niedersachsen hat Hannover angekündigt, bei der Schul-IT vom Anbieter IServ zu Microsoft zu wechseln. Einige Schulen testen die Programme bereits – und ziehen nun eine erste Zwischenbilanz.

Nach Angaben der Stadt bewerten viele Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte den Einsatz der Microsoft-Anwendungen grundsätzlich positiv. Die Programme liefen stabiler, seien einfacher zu bedienen und eröffneten neue Möglichkeiten für die Zusammenarbeit im Unterricht. Zudem werde nun mit Anwendungen gearbeitet, die auch außerhalb der Schule verbreitet sind – etwa Word oder Outlook.

Kritik am mangelnden Datenschutz

Es gibt jedoch auch kritische Stimmen. Sie betreffen vor allem den Datenschutz, etwa beim Einsatz von KI-Funktionen. „Wir nehmen bestehende Verunsicherungen ernst“, sagt Bildungsdezernentin Eva Bender (SPD). In den vergangenen Monaten sei Microsoft 365 deshalb bewusst nur mit deutlichen Einschränkungen eingesetzt worden, um datenschutzrechtliche Anforderungen einzuhalten. Nun solle geprüft werden, wie eine datenschutzkonforme Nutzung aussehen könne, die gleichzeitig den Schulalltag erleichtert. Die Stadt will den Einsatz der Microsoft-Programme deshalb vorerst nicht weiter ausweiten. Stattdessen sollen die Erfahrungen der vergangenen Monate sowie Rückmeldungen von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Eltern in die weiteren Entscheidungen zur digitalen Ausstattung der Schulen einfließen.

Schulkinder sitzen vor Bildschirmen.

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Mehr als drei Millionen Schüler, Lehrer und Eltern nutzen das pädagogische Netzwerk. Die Stadt Hannover will nun zu Microsoft wechseln.

Open-Source-Alternativen schwierig umzusetzen

Rein europäische Open-Source-Lösungen bieten nach Angaben der Stadt zwar mehr Transparenz und Gestaltungsmöglichkeiten. Sie erforderten jedoch häufig deutlich mehr Eigenbetrieb, spezialisiertes Fachwissen sowie zusätzlichen Entwicklungs- und Supportaufwand. Für eine kommunale Schul-IT mit Hunderten Schulen und Tausenden Endgeräten sei das oft nur schwer wirtschaftlich umzusetzen. Um offene Fragen zu klären, will die Landeshauptstadt nun auch den Austausch mit dem Landesdatenschutzbeauftragten suchen. Ziel sei eine Lösung, die sowohl den Schutz der Schülerdaten gewährleistet als auch im Schulalltag praktikabel ist. Die Ergebnisse könnten auch für andere Schulträger in Niedersachsen eine Orientierung bieten.

Das Webportal des Unternehmens IServ ist auf einem Bildschirm zu sehen.

Die Stadt setzt stattdessen in Zukunft auf Microsoft. Nun will sich der IServ-Chef an Oberbürgermeister Onay wenden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 11.03.2026 | 07:30 Uhr