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Düsseldorf – Erstmals seit vier Jahren gibt es wieder Geld für die Aktionäre. Uniper plant, 300 Millionen Euro auszuschütten – 72 Cent je Aktie. Der größte Profiteur: der Bund. Er hält noch immer mehr als 99 Prozent der Anteile und kassiert fast die gesamte Dividende.
2022 geriet der Energiekonzern in eine schwere Krise: Russland stoppte nach dem Ukraine-Angriff die Gaslieferungen. Der Bund sprang ein, pumpte Milliarden in den Konzern und übernahm die Kontrolle. Teil des Stabilisierungspakets: ein Dividendenverbot. Ende 2025 hob der Bund dieses auf – und macht nun die Ausschüttung möglich. Trotz des Gewinnrückgangs im Jahr 2025 kann Uniper jetzt wieder Geld an die Aktionäre ausschütten, weil das Verbot weggefallen ist.
Zeichen der finanziellen Stabilität
Der Staat muss bis Ende 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie abspecken. Die Dividendenausschüttung ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Uniper-Chef Michael Lewis erklärte: „Die Möglichkeit, wieder Dividenden zahlen zu können, ist ein Zeichen der finanziellen Stabilität und ein wesentlicher Baustein für die Kapitalmarktfähigkeit von Uniper.“
Uniper erfüllte seine eigenen Finanzvorgaben. Beim bereinigten Ebitda kam der Energieversorger auf 1,1 Milliarden Euro (2024: 2,6 Milliarden). Der bereinigte Nettogewinn: 544 Millionen Euro (2024: 1,7 Milliarden).
Ergebnis auf 2025-Niveau erwartet
Laut Unternehmen lagen beide Kennzahlen erwartungsgemäß deutlich unter den außergewöhnlich guten Werten des Vorjahres. Für 2026 rechnet Uniper mit einem ähnlichen Ergebnis wie 2025. Das bereinigte Ebitda soll zwischen 1,0 und 1,3 Milliarden Euro liegen. Beim bereinigten Nettogewinn strebt Uniper 350 bis 600 Millionen Euro an.
Bis 2030 will das Unternehmen rund fünf Milliarden Euro investieren – in Versorgungssicherheit, neue Kraftwerke und die Umstellung auf klimafreundlichere Energien. Allein in Deutschland sollen mehr als 2,5 Milliarden Euro fließen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Neubau von wasserstofffähigen Gaskraftwerken an zwei Standorten im Rahmen der Kraftwerksstrategie.
Mehr zum ThemaGrößter Betreiber von Gasspeichern
Bei Stromerzeugung und Gashandel gehört Uniper zu Europas Schwergewichten. Zum Portfolio gehören Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und Schweden sowie Wasserkraftanlagen. In Schweden hält Uniper die Mehrheit an einem Atomkraftwerk, in Deutschland betreibt der Energieversorger die meisten Gasspeicher. Ende 2025 beschäftigte die Firma gut 7200 Menschen.