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Der Stinkefinger-Eklat in der Easycredit Basketball-Bundesliga am späten Montagabend: Die MLP Academics Heidelberg hatten gerade einen hart erkämpften und super wichtigen 71:69-Sieg bei den VET-Concept Gladiators Trier eingefahren, da kippte die Stimmung. Rudelbildung, Schubsen, Streitereien auf dem Parkett. Erst nur dabei, statt mittendrin: Heidelbergs Marcel Keßen. Dann wandte sich der 2,07 Meter große Center plötzlich in Richtung der Trierer Fans und zeigte den doppelten Stinkefinger.

Foto: Dyn
Keßens Fingerzeige wirken wie eine unmittelbare Reaktion darauf, dass aus dem Trier-Block „Absteiger“-Rufe in Richtung der MLP Academics kamen. Ganz klar war dann die prompte Entschuldigung von Keßen in einem persönlichen Video direkt am Tag nach der Partie. Er sagt: „Es war ein unfassbar umkämpftes Spiel, sehr viele Emotionen auf dem Feld sowie neben dem Feld. Das Ende war leider nicht so schön. Rangeleien auf dem Feld, Rufe von den Fans und von meiner Seite eine unfassbar schlechte und negative Reaktion darauf. Ich möchte mich dafür entschuldigen.“
Nach Stinkefinger-Eklat: BBL-Topstar Kevin Yebo von den Niners Chemnitz geht auf Trier-Fans los
Dabei bekommt Keßen jetzt plötzlich Unterstützung von einem BBL-Topstar, der gar nicht am Spiel beteiligt war: Kevin Yebo (29), Power Forward und absoluter Leistungsträger der Niners Chemnitz. Yebo kommentierte das Instagram-Video von Streamingdienst Dyn, welches den Stinkefinger-Eklat zeigt, mit folgenden Worten und einem Emoji: „Trier Fans sind mir unsympathisch 🫢“

Foto: Dyn/Instagram
Klare Botschaft! Aber was steckt dahinter? Die Niners spielten erst vor wenigen Wochen beim starken Aufsteiger, gewannen am 15. Februar in Trier hart umkämpft 105:100. Kevin Yebo erwischte keinen guten Tag, kam in zehn Minuten Spielzeit auf nur fünf Punkte. Sein BBL-Schnitt pro Partie liegt in dieser Saison bei rund 16 Zählern. Unter seinem Kommentar finden sich zehn Antworten. Lediglich ein Trierer Fan bezieht sich auf Yebo und schreibt voller Ironie: „@kvnkazaam uns auch.“ Für die Trier-Fans scheint Yebos Kommentar nicht völlig aus der Luft gegriffen.

Kevin Yebo von den Niners Chemnitz nimmt die Beleidigungen in Trier ganz sportlich und abgezockt
Foto: IMAGO/Jan Huebner
Yebo klärt gegenüber SPORT BILD auf: „Ich habe mir im Spiel durch einen Stoß eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen. Die Fans haben mich dann ausgebuht. Davor wurde ich draußen angepöbelt mit: ‚Urspring ist Scheiße!‘ Urspring ist ein Team, in dem ich mal gespielt habe. Am Ende bin ich dann zu den Trierer Fans gegangen und hab mich bedankt mit Klatschen und habe Herzen gezeigt. Das hat sie natürlich getriggert. Ich wurde dann noch mehr ausgebuht und angepöbelt.“ Der Verdacht liegt zumindest nahe, dass die Trierer Fans auch gegenüber Heidelberg und Marcel Keßen verbal ziemlich offensiv dabei waren. Allerdings, und das weiß bestimmt auch Kevin Yebo, passiert so etwas in vielen Arenen und kommt auch mal in der Messe Chemnitz vor.