Die Vier angeklagten sollen die Terrororganisation "Islamischer Staat" unterstützt haben.

AUDIO: Terrorfinanzierung in Hamburg: Vier Männer müssen für Jahre ins Gefängnis (1 Min)

Stand: 11.03.2026 13:11 Uhr

Das Hanseatische Oberlandesgericht Hamburg hat vier Männer wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verurteilt. Sie sollen Spenden für den sogenannten Islamischen Staat gesammelt und weitergeleitet haben. Die Haftstrafen reichen bis zu achteinhalb Jahre.

Nach außen wirkten die Spendenaktionen harmlos. Die Angeklagten erklärten die Zahlungen unter anderem als Hilfe für Erdbebenopfer. Der Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg ist jedoch überzeugt, dass das Geld tatsächlich an Mitglieder des sogenannten Islamischen Staates ging. Nach Überzeugung des Gerichts waren die vier Männer seit 2022 Teil eines internationalen Netzwerks. Dieses habe über soziale Netzwerke und den Messenger-Dienst Telegram Geld gesammelt und an den IS weitergeleitet. Insgesamt sollen mehr als 170.000 Euro zusammengekommen sein.

Unterstützung für IS-Mitglieder

Mit dem Geld sollen unter anderem Frauen des IS aus kurdischen Gefangenenlagern freigekauft worden sein. Laut Gericht wurden aber auch Kämpfer der Terrormiliz unterstützt. Das Geld gelangte über das sogenannte Hawala-System in den Nahen Osten. Dabei wird Geld über Vertrauenspersonen weitergegeben, ohne klassische Banküberweisungen. Ein Teil der Zahlungen soll zudem über Krypto-Dienstleistungen erfolgt sein.

Angeklagte bestritten Terrorunterstützung

Die vier Angeklagten im Alter von 37 bis 47 Jahren hatten im Prozess erklärt, sie hätten nur Geld für humanitäre Zwecke gesammelt. Das Gericht folgte dieser Darstellung nicht. Es verurteilte die Männer wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung zu mehrjährigen Haftstrafen. Die längste Strafe beträgt achteinhalb Jahre.

Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 11.03.2026 | 13:00 Uhr