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Berlin – Eine kräftige Kaltfront zieht am Mittwoch von Westen über das Land. Sie sorgt für viele Wolken, Gewitter und teils kräftigen Wind. Während es im Osten und Südosten zunächst noch freundlicher bleibt und die Sonne scheint, wird es im Nordwesten früh nass. Und das ist nur ein Vorbote für den Sturm.

Schon am Vormittag wird das Wetter im Westen ungemütlich: Von der Nordseeküste bis ins Saarland zieht Regen auf, begleitet von kräftigem Südwestwind. Der meiste Regen fällt zwischen Nordsee und Schwarzwald: Dort kommen 3 bis 15 Liter pro Quadratmeter runter. Die Temperaturen fallen in den Regionen auf 8 Grad.

Wo das Wetter freundlicher bleibt

Tanja Egerer vom Deutschen Wetterdienst zu BILD: „Im Osten und Südosten bleibt es zunächst freundlicher. Dort scheint erstmal noch länger die Sonne, der Regen kommt erst abends an.“ In Berlin und München werden noch einmal bis zu 18 Grad erreicht, bevor am Nachmittag auch dort einzelne Schauer durchziehen.

Die Wetterkarte zeigt, wie im Westen die Regenfelder und Schauer aufziehen und der Osten noch gering bewölkt ist

Die Wetterkarte zeigt, wie am Mittwoch im Westen die Regenfelder und Schauer aufziehen und der Osten noch gering bewölkt ist

Foto: Wetter.net

Wann mit Gewitter zu rechnen ist

Besonders in Baden-Württemberg gibt es schon am Vormittag erste Schauer. In Bayern bleibt es am längsten schön, dort sind Gewitter erst ab 14 Uhr zu erwarten. Diplom-Meteorologe Dominik Jung zu BILD: „Wenn kalte auf warme Luft trifft, kann es plötzlich dunkel werden, schon mal rumpeln, also ordentlich donnern und blitzen und auch mal einen Starkregenschauer geben.“ Sein Rat: „Heute sollte man schon einen Schirm dabei haben.“ Immerhin: Mit der Kaltfront wird auch der Saharastaub aus der Luft gewaschen. „Die Luft ist dann wieder sauber und klar“, so der Wetterexperte.

Mehr zum ThemaIn diesen Regionen wird es stürmisch

Der Wind frischt spürbar auf. Er weht aus Süd bis Südwest. Verbreitet gibt es starke Böen bis knapp 50 km/h. In höheren Lagen sind sogar stürmische Böen bis 70 km/h möglich, im Oberharz einzelne Sturmböen. Klimatologe Dr. Karsten Brandt zu BILD: „Es rollt eine Kaltfront durch Deutschland, die räumt dann mal so richtig auf. An der Nordsee sind bereits am Mittwoch Sturmböen möglich.“ In der Nacht zum Donnerstag verlagert sich der Regen in den Osten und Südosten. Im Westen und Nordwesten klart der Himmel dagegen auf. Die Temperaturen sinken auf 7 bis 0 Grad.

Foto: BILD

Sturm kommt mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde

Am Donnerstag wird der Wetterumschwung noch turbulenter. Laut Experte Dr. Brandt kommt „richtig schwerer Sturm“. Dabei startet der Tag im Osten und Südosten noch mit einzelnen Schauern. Sonst bleibt es oft trocken mit viel Sonne. 9 bis 17 Grad werden erreicht. Auf der Nordsee wird es dann am wildesten: Es sind Böen um 100 km/h möglich, auf Sylt sogar bis zu 120 km/h. Die Temperaturen liegen dann nur noch bei 10 bis 13 Grad.

EXPERTEN IN DIESEM TEXT

Dr. Karsten Brandt promovierte an der Universität Duisburg-Essen im Bereich der Klimatologie zum Doktor der Naturwissenschaften (Dr. rer. nat.). Er verfasste mehrere Bücher zum Thema Wetter und ist außerdem Gründer und Geschäftsführer des Portals Donnerwetter.de.

Dominik Jung hat an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Meteorologie studiert. Der Diplom-Meteorologe ist Buchautor und Geschäftsführer des Wetterdienstes Q.met, der auch das Wetterportal wetter.net betreibt. Zudem ist er zum Thema Wetter Moderator und Fachbuchautor.

Tanja Egerer ist Master-Meteorologin und arbeitet seit sechs Jahren in der Vorhersage- und Beratungszentrale vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.