Die sogenannten Ig-Nobelpreise für kuriose Forschung werden künftig nicht mehr in den USA, sondern in Europa verliehen. Wie die Veranstalter mitteilten, wird die Gala zur Verleihung der in Wissenschaftskreisen sehr beliebten „Anti-Nobelpreise“ im September erstmals nicht mehr in Boston im US-Bundesstaat Massachusetts, sondern in Zürich in der Schweiz stattfinden. Als Grund wird die unsichere Lage in den USA angegeben.
Ig-Nobelpreis-Gründer hält Lage für gefährlich
Marc Abrahams, Gründer des Ig-Nobelpreises für kuriose Forschungen und Moderator der Gala, begründete die Entscheidung damit, dass im vergangenen Jahr eine Reise in die USA für die Gäste der Ig-Nobelpreis-Gala gefährlich geworden sei. „Wir können weder die neuen Gewinner noch die internationalen Journalisten, die von dieser Veranstaltung berichten, mit gutem Gewissen bitten, in diesem Jahr in die USA zu reisen“, sagte Abrahams. Deshalb werde nach Jahrzehnten in den USA die nächste Preisverleihung Anfang September in Zürich stattfinden.
Skurrile wissenschaftliche Forschung
Die Ig-Nobelpreise zeichnen besonders skurrile wissenschaftliche Forschung aus, die – so der Anspruch der Veranstalter – erst zum Lachen und dann zum Nachdenken anregen soll. „Ignoble“, wofür die Abkürzung „Ig“ steht, bedeutet auf Deutsch in etwa „unehrenhaft“. Vergeben werden die Auszeichnungen mit viel Klamauk bei einer großen Gala. Veranstalter ist das humoristisch-satirische Wissenschaftsmagazin „Annals of Improbable Research“.
Pizza-Leidenschaft der Eidechsen
Im vergangenen Jahr wurde der Anti-Nobelpreis unter anderem für Untersuchungen zu Kühen mit Zebrastreifen, Eidechsen mit Pizza-Leidenschaft und Muttermilch mit Knoblauch-Note verliehen. Trotz des hochseriösen Selbstbildes der Wissenschaft gibt es kaum einen Forscher, der den lustig gemeinten Preis ausschlägt. Seit 1991 fand die mit viel Humor verbundene Gala zu Ehren der Preisträger in der US-Ostküstenstadt Boston statt. Nun zieht sie dauerhaft nach Zürich um.