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Wien (Österreich) – Wenn Adele Neuhauser (67) über Gefühle spricht, klingt das nie kitschig – sondern ehrlich, klug und ein wenig furchtlos. Die TV-Frau, die Millionen als „Tatort“-Kommissarin Bibi feiern, zeigt jetzt, dass sie nicht nur knallharten Krimi kann. Sondern auch große Romantik!
In „Makellos – Eine kurze Welle des Glücks“ spielt sie Constanze Laux, Erbin des traditionsreichen Modehauses Trachten Laux. Eine reife, erfolgreiche Frau, kreativ im Kopf, stark nach außen. Doch innerlich ausgehungert nach Zärtlichkeit. Ihre Ehe? Eingeschlafen. Lieblos. Routine statt Leidenschaft. Die Lösung: ein Callboy! Neuhausers Figur stolpert von einer Affäre in eine Erpressung: Wie viel Chaos steckt in dieser vermeintlich makellosen Fassade?

In „Makellos – Eine kurze Welle des Glücks“ (ARD, 11. März, 20.15 Uhr) entfremdet sich Adele Neuhauser von ihrem Ehemann (Ulrich Noethen, 66)
Foto: Jaqueline Krause-Burberg/Bavaria Fiction GmbH/BR
Die beliebte Schauspielerin zu BILD: „Nun, erst einmal steckt ein verhältnismäßig großes Maß an unerfüllten Sehnsüchten dahinter, die sich dann allerdings, durch die aufkeimende Liebe zu einem Callboy, in Chaos verwandeln.“

Seit 2011 ist sie eine der beliebtesten „Tatort“-Ermittlerinnen. Ende des Jahres macht Adele Neuhauser im Krimi an der Seite von Harald Krassnitzer Schluss
Foto: ORF/Petro Domenigg
Neuhauser bricht mit verkrampften Rollenbildern
Ist dieser Film eine süffisante Abrechnung mit alten Rollenbildern in Ehe und Karriere? Neuhauser : „Die Geschichte ist eher eine Abrechnung mit traditionellen Sehgewohnheiten. Älterer Mann hat eine Beziehung zu einer jüngeren Frau. Hier ist es umgekehrt. Das sieht man nicht so oft. Und die Geschichte erzählt von einem letztendlich wohltuenden Prozess der Hauptfigur.“
Für Adele, seit Jahren „gerne Single“, ist käufliche Liebe allerdings kein Rezept gegen Einsamkeit und auch kein Lebenskonzept. War das Geheimnisvolle beim Dreh eher knisternd, peinlich oder einfach herrlich komisch? Neuhauser: „Beim Dreh war die Stimmung respektvoll prickelnd, nie peinlich und manchmal auch sehr komisch. Vor allem in den Szenen mit Uli Noethen. Er spielt Constanzes Ehemann einfach hinreißend.“
Neuhausers Figur schenkt dem Liebhaber 100.000 Euro für den Neuanfang – Hand aufs Herz: Ist das große Freiheit oder die teuerste Liebeslektion ihres TV-Lebens? Sie: „Das würde ich unter künstlerischer Freiheit einordnen und gibt der Geschichte nochmal eine liebevolle Wendung.“

Doch irgendwie glücklich am Ende? Adele Neuhauser und Filmpartner Manuel Rubey
Foto: Jaqueline Krause-Burberg/Bavaria Fiction GmbH/BR
Der Film ist ihr auf den Leib geschrieben. Drehbuchautor Uli Brée (62) über seine Muse Adele (drehten gemeinsam bereits viele „Tatort“-Folgen): „Ich wollte eine ältere Frau erzählen, mit all ihren Bedürfnissen nach Liebe, Nähe und Sichtbarkeit. Eine Frau, die sich all das nimmt, wenn es ihr verwehrt wird. Eine Frau, die sich nicht in ihr Ehe-Schicksal fügt. Und ich wollte es behutsam, schön und liebevoll erzählen. So, dass wir sie sogar um ihre Entschlossenheit und die Lust, die sie erfährt, beneiden.“ Und so ist die Rolle der Frau, die sich nimmt, was sie will und braucht, ein starker Auftritt, um den Adele Neuhauser auch viele beneiden werden.