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Dynamo Dresden hat beim 3:3 in Karlsruhe den Sieg aufgrund eines deutlichen Leistungsabfalls in der zweiten Halbzeit noch aus der Hand gegeben. Soweit, so gut. Allerdings mehren sich im Nachhinein die Stimmen, dass das nur die halbe Wahrheit ist.
Fakt ist, dass der KSC zwei der drei Tore vom Punkt schoss. Und genau die zwei Foulstrafstöße erhitzen im Nachgang die Gemüter, in den sozialen Netzwerken ist der Frust nach Sichtung der Videobilder groß. BILD arbeitet die Situationen auf.
▶ Elfer Nummer eins: Nach einem Eckball bringt Dynamo-Torwart Tim Schreiber Karlsruhes Christoph Kobald mit den Knien zu Fall, Schiri Florian Badstübner pfeift nach kurzer Überlegung. „Für mich eine schwierige Entscheidung. Ich gehe hin, aber nicht zum Ball, sondern in eine Blocksituation. Er sucht halt den Kontakt“, so Schreiber.
Erschwerend kommt hinzu, dass sich unmittelbar zuvor KSC-Profi Simic die Kugel an die eigene Hand köpft. Das ist zunächst nicht strafbar, sofern der Spieler danach nicht selbst das Tor erzielt. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Nämlich dann, wenn der Arm vom Körper gestreckt ist und sich der Spieler damit unnatürlich größer macht. Die TV-Bilder belegen: Das ist durchaus der Fall. Niklas Hauptmann: „Am Ende springt der Ball so genau vor die Füße seines Mitspielers.“
BILD-Urteil: Zumindest eine strittige Entscheidung, die durchaus auch hätte anders fallen können.

Den Elfmeter, den Karlsruhes Wanitzek zum späten 3:3 verwandelte, hätte es nicht geben dürfen
Foto: picture alliance/GES/Stefan Mazur
▶ Elfer Nummer zwei: In der vierten Minute der Nachspielzeit gibt es an der Strafraumgrenze einen Kontakt zwischen Dynamo-Verteidiger Alexander Rossipal und KSC-Profi Lilian Egloff. Schiri Badstübner entscheidet auf Foul des Dresdners und Freistoß für Karlsruhe. Videoassistent Patrick Hanslbauer schaltet sich ein und teilt Badstübner mit, dass sich der Vorfall auf der 16-Meter-Linie und somit im Strafraum ereignet hat. Der Referee korrigiert sich daraufhin und gibt erneut Strafstoß.

Gut zu erkennen: Karlsruhes Egloff (l.) tritt Dresdens Rossipal auf den Fuß
Foto: MDR/SportimOsten
Problem: Der VAR prüft offenbar nur, wo das vermeintliche Foul passierte. Aber nicht, wer überhaupt wen gefoult hat. Genau das wird den Sachsen zum Verhängnis. Denn auf den verlangsamten TV-Bildern ist deutlich zu erkennen, dass Egloff auf Rossipals Fuß tritt – und nicht umgekehrt.
BILD-Urteil: Den Strafstoß hätte es nicht geben dürfen, stattdessen Freistoß für Dynamo. Da ging im Kölner Keller wohl Schnelligkeit vor Gründlichkeit.
Stamm lobt Badstübner
Trainer Thomas Stamm lobte unmittelbar nach der Partie die Leistung von Badstübner: „Das war eine sehr gute Schiedsrichter-Leistung. Sehr klar mit einer guten Linie in beide Richtungen.“ Möglich, dass er nach dem Studium der Fernsehbilder etwas anders darüber denkt.
Oft ist davon die Rede, dass sich Glück und Pech im Laufe einer Saison in der Regel ausgleichen. Sollte das tatsächlich so sein, müsste Dynamo Dresden in den kommenden Spielen eher Elfmeter für statt gegen sich kriegen. Denn bisher steht die SGD mit acht verursachten Strafstößen in der 2. Liga ganz vorn – mit nur einem erhaltenen aber ganz hinten…