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München – Vor 15 Jahren kostete ein Tsunami in Japan das Leben von 20.000 Menschen – öffentlich-rechtliche Medien lassen die Gebührenzahler glauben, sie seien an einer Atomkatastrophe gestorben! Zum Jahrestag des größten Erdbebens in der Geschichte Japans sendet der ARD-Sender Bayerischer Rundfunk (BR) eine Meldung mit der Überschrift „Jahrestag: Japan erinnert an Atomkatastrophe von Fukushima vor 15 Jahren.“

„Japan gedenkt Opfer der Atomkatastrophe von Fukushima: Landesweit legten die Menschen Blumen und Kränze für die rund 20.000 Toten nieder“, lautet auch der erste Satz der Meldung des BR. Erst der weitere Text stellt korrekt fest: „Heute vor 15 Jahren hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 den Nordosten Japans erschüttert. Das löste einen Tsunami aus, die Flutwelle traf unter anderem das AKW in Fukushima. Dort kam es zu einer Kernschmelze.“

Die falsche Fukushima-Meldung auf der Seite von BR24

Die falsche Fukushima-Meldung auf der Seite von BR24

Foto: br.de

Es gab keine Toten durch Atom-Strahlen

Unbestritten ist, dass die Ereignisse rund um das Kernkraftwerk Fukushima eine zusätzliche Katastrophe zum Tsunami mit den 20.000 Toten darstellen. „Insgesamt mussten rund 470.000 Menschen ihre Häuser verlassen, davon etwa 160.000 aufgrund der Havarie“, schreiben die Atomkraft-Experten Amardeo Sarma und Anna Vero Wendland in der WELT (gehört wie BILD zu Axel Springer). Aber: „Es gab keine nachgewiesenen strahlenbedingten Todesfälle, wohl aber zahlreiche zusätzliche Todesfälle infolge der Evakuierung, vor allem bei älteren und kranken Menschen.“

Heißt: Durch direkte Strahlung aufgrund der Kernschmelze ist niemand gestorben. Allerdings hat es nach offiziellen japanischen Zahlen rund 2000 „disaster-related deaths“ im Zusammenhang mit der Havarie gegeben – katastrophenbedingte Todesfälle. Gemeint sind Menschen, die nicht durch Strahlung starben, sondern an den Folgen der Evakuierung, an Stress, Erschöpfung, fehlender Versorgung oder Suizid.

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Trotzdem lösten die Ereignisse in Japan eine Katastrophenstimmung in Deutschland aus, die letztlich dazu führte, dass die von der Union geführte Regierung mit dem damaligen Koalitionspartner FDP unter Bundeskanzlerin Angela Merkel (heute 71) den früheren Ausstieg aus der deutschen Atom-Industrie beschloss. Ein Fehler, finden viele – und nun auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU).

Eine deutsche Katastrophe 2011 forderte 53 Tote

Grund für die verzerrte Wahrnehmung der Deutschen war auch die immer wieder falsch erzählte Geschichte der Fukushima-Katastrophe – auch in öffentlich-rechtlichen Sendern. Heute, 15 Jahre später, passiert das nur noch selten: Die „Tagesschau“ zum Beispiel sendete heute einen Beitrag zu den Gedenkfeiern in Japan, der die schrecklichen Ereignisse korrekt zusammenfasste.

Der BR hat seine Meldung mittlerweile korrigiert. Nun heißt es: „Landesweit legten die Menschen heute Blumen und Kränze für die Toten nieder. 20.000 Menschen waren infolge des Erdbebens gestorben.“ Auf BILD-Anfrage teilt der Sender mit: „Die erste Zeile ist eine Schlagzeile, die aber tatsächlich missverständlich wirkt, da die Zahl der Opfer direkt darauf folgt. Wir haben die Formulierung deshalb digital korrigiert und bitten den Fehler zu entschuldigen.“