Sechs Ports und 112 W Gesamtleistung: Der Anker Charger 112W lädt viele Geräte gleichzeitig. Wir zeigen im Test, ob sich der Kauf für 34 Euro lohnt.
Sechs Anschlüsse in einem Gehäuse: Der Anker Charger 112W (Modell A2154) vereint drei USB-C- und drei USB-A-Ports mit einer Gesamtleistung von bis zu 112 W. Das Konzept richtet sich an Nutzer, die mehrere Kleingeräte gleichzeitig laden möchten – etwa Smartphones, Kopfhörer, Tablets oder E-Reader. Statt mehrere Netzteile an der Steckdosenleiste zu belegen, reicht hier ein einzelnes Ladegerät.
Die 112 W im Produktnamen klingen zunächst nach viel Leistung. Dabei bezieht sich die Angabe auf die Gesamtleistung über alle sechs Ports hinweg – ein einzelner USB-C-Port liefert maximal 30 W. Diese Diskrepanz zwischen Gesamtleistung und Einzelportleistung ist bei Mehrfach-Ladegeräten üblich, wird von Herstellern aber selten offensiv kommuniziert. Für die meisten Handys reichen 30 W aus, für Laptops fehlt allerdings der nötige Dampf. USB Power Delivery bringt das Anker-Netzteil mit, und wie unser Test zeigt, beherrscht es sogar PPS – obwohl Anker das nirgends erwähnt.
Für 34 Euro positioniert sich der 6-Port-Lader im Mittelfeld. Kann er im Test überzeugen – und wie schlägt er sich im Vergleich zur Konkurrenz?
Ausstattung & Verarbeitung
Das schwarze Kunststoffgehäuse des Anker Charger 112W ist matt und solide verarbeitet. Einen Kritikpunkt gibt es dennoch: Die Oberfläche ist anfällig für Kratzer, Flecken und Fingerabdrücke. Nach regelmäßiger Mitnahme im Rucksack sieht das Netzteil schnell nicht mehr frisch aus. Funktional ist das kein Problem, aber eine Erwähnung wert. Die Stromversorgung erfolgt über ein externes Netzkabel – einen integrierten Stecker gibt es nicht. Das sorgt für eine höhere Flexibilität, da man das Ladegerät weiter von der Steckdose entfernt aufstellen kann.
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Anker 112W – Bilderstrecke
Insgesamt sechs Ports verteilen sich auf die Front: drei USB-C- und drei USB-A-Buchsen. Die Anordnung von links nach rechts lautet A1, A2, A3, C1, C2, C3. Nicht alle Ports leisten gleich viel: USB-C1 liefert als stärkster Port bis zu 30 W. USB-C2 und USB-C3 schaffen jeweils maximal 20 W. Bei den USB-A-Ports sieht es ähnlich gestaffelt aus: A1 und A2 liefern je 12 W, A3 kommt auf 18 W. In Summe ergibt das die beworbenen 112 W Gesamtleistung.
Ladestandards
Das Anker Charger 112W unterstützt USB Power Delivery (USB-PD). Zusätzlich haben wir mit unserem PD-Listener PPS ausgelesen – mit einem Bereich von 3,3 bis 11 V bei maximal 3,3 A. Das ist ein guter Wert, denn viele Konkurrenten starten erst ab 5 V mit PPS.
Anker erwähnt die PPS-Unterstützung weder auf der Webseite noch auf dem Ladegerät selbst. Das kennen wir bereits von früheren Tests anderer Netzteile des Herstellers. Man muss Anker aber zugutehalten, dass es damit auch nicht aktiv wirbt und dann die entscheidenden Details wie den unterstützten Spannungsbereich schuldig bleibt – was bei manch anderem Hersteller vorkommt. Dennoch wäre eine transparentere Angabe wünschenswert, denn PPS wird für Smartphone-Schnellladen immer wichtiger und Kunden können ohne diese Information kaum einschätzen, ob ihr Gerät damit schnelllädt.
Am stärksten USB-C1-Port lauten die Spannungsstufen 5 V / 3 A (15 W), 9 V / 3 A (27 W), 15 V / 2 A (30 W) und 20 V / 1,5 A (30 W). USB-C2 und USB-C3 liefern jeweils 5 V / 3 A (15 W), 9 V / 2,22 A (20 W) und 12 V / 1,67 A (20 W). Bei den USB-A-Ports geben A1 und A2 jeweils 5 V / 2,4 A (12 W) aus, während A3 mit 5 V / 3 A (15 W), 9 V / 2 A (18 W) und 12 V / 1,5 A (18 W) etwas mehr schafft.
Bei mehreren belegten Ports sinkt die verfügbare Leistung pro Anschluss. Ein Port liefert bis zu 30 W, zwei Ports bis zu 50 W, drei Ports bis zu 70 W, vier Ports bis zu 88 W, fünf Ports bis zu 100 W und alle sechs Ports zusammen die vollen 112 W.
Praxistest
Im Praxistest messen wir die Effizienz am 30-W-USB-C-Port bei verschiedenen Laststufen. Bei voller Last von 30 W erreicht das Netzteil 83 Prozent, bei 25 W steigt der Wirkungsgrad auf 88 Prozent. Bei 20 W messen wir 87 Prozent, bei 15 W liegt die Effizienz wieder bei 83 Prozent. Den besten Wirkungsgrad erreicht das Anker Charger 112W also im Bereich von 20 bis 25 W. Im Vergleich zu den besten Ladegeräten in unserer Bestenliste sind die Werte ordentlich, aber nicht überragend – Spitzenmodelle schaffen über 90 Prozent.
Bei der Wärmeentwicklung messen wir am Gehäuse bis zu 54 Grad Celsius bei längerer Auslastung mit 30 W über USB-C. Das ist deutlich spürbar, liegt aber noch im akzeptablen Rahmen. Bei Überlast schaltet das Netzteil bei 34 W zuverlässig ab.
Preis
Das Anker Charger 112W kostet aktuell 34 Euro bei Amazon. Damit ist es nicht günstig, aber auch nicht teuer. Zum Vergleich: Unser aktueller Testsieger von Baseus kostet mit rund 39 Euro nur 5 Euro mehr und bietet bis zu 100 W an einem einzelnen USB-C-Port. Allerdings hat er nur vier statt sechs Ports und kommt auf 100 statt 112 W Gesamtleistung.
Die beiden Ladegeräte bedienen unterschiedliche Einsatzgebiete: Das Anker eignet sich für viele Kleinverbraucher wie Smartphones, Kopfhörer oder Tablets. Der Testsieger von Baseus ist die bessere Wahl, wenn man ein oder zwei leistungshungrige Geräte laden möchte, die mehr als 30 W benötigen – etwa Laptops. Das kann das Anker mit maximal 30 W an einem einzelnen USB-C-Port nicht bieten.
Fazit
Das Anker Charger 112W ist ein solides Mehrfach-Ladegerät für den Schreibtisch oder das Nachttisch-Setup. Sechs Ports und 112 W Gesamtleistung bieten genug Kapazität, um mehrere Smartphones, Tablets und andere Kleingeräte gleichzeitig zu laden. USB-PD und die im Test entdeckte PPS-Unterstützung ab 3,3 V runden die Ausstattung positiv ab.
Die Effizienz liegt mit 83 bis 88 Prozent im soliden Bereich, ohne an die Spitzenwerte der Bestenliste heranzureichen. Abstriche gibt es bei der kratzempfindlichen Oberfläche und der spürbaren Wärmeentwicklung unter Volllast. Wer leistungshungrige Geräte wie Laptops laden möchte, stößt mit maximal 30 W am stärksten Port an Grenzen und greift besser zum Testsieger. Auch sollte man sich von den 112 W im Produktnamen nicht blenden lassen – die Zahl bezieht sich auf die Gesamtleistung aller Ports, nicht auf einen einzelnen Anschluss.
Für 34 Euro bietet das Anker Charger 112W ein faires Gesamtpaket. Wir empfehlen es allen, die viele Kleinverbraucher gleichzeitig mit Strom versorgen möchten und dabei Wert auf ein einzelnes Netzteil statt vieler Ladegeräte legen.