Jubel bei Bodo/Glimt

Stand: 11.03.2026 • 23:08 Uhr

FK Bodø/Glimt schreibt am nächsten Märchen: Im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League war Sporting Lissabon beim Sensationsteam vom Polarkreis chancenlos.


Christian Hornung

Die Norweger gewannen am Mittwochabend (11.03.2026) mit 3:0 (2:0) gegen den Tabellenzweiten der portugiesischen Primeira Liga. Sondre Fet brachte den Inter-Mailand-Bezwinger aus den Playoffs in der 32. Minute in Führung, der Elfmeter war allerdings eine Fehlentscheidung. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte (45.+1) legte Ole Blomberg das 2:0 nach, Kasper Høgh traf in 71. Minute zum Endstand.

Zu Beginn war die Partie noch ausgeglichen gewesen, beide Teams überbrückten schnell das Mittelfeld und suchte die schnellen Umschaltmomente. Die Norweger hätten in der 24. Minute eigentlich schon in Führung gehen müssen, doch der Ex-Frankfurter Jens Hauge schoss völlig frei vor Rui Silva den Torhüter der Portugiesen an.

Dankert verpasst die Elfmeter-Korrektur

Nach einer knappen halben Stunde brach dann Fassungslosigkeit bei Sporting aus, und das war komplett nachvollziehbar. Sondre Fet drang mit Tempo in den Strafraum der Gäste ein, legte sich den Ball aber etwas zu weit vor und geriet – leicht bedrängt von Abwehrspieler Georgios Vagiannidis ins Straucheln. Fet fiel dann mehr oder weniger über den Ball und seine eigenen Beine, doch Schiedsrichter Ivan Kružliak pfiff – vermutlich auch zur Überraschung der Norweger – Strafstoß. Was in der Hektik des Live-Geschehens noch passieren kann, hätte Video-Assistent Bastian Dankert zwigend korrigieren müssen. Doch offenbar wertete der Deutsche irgendeine Minimalberührung von Vagiannidis als ausreichend, um die Entscheidung von Kružliak nicht anzutasten – Fet verwandelte selbst.

So unberechtigt das 1:0 zustande kam, so verdient war es nach dem Spielverlauf. Bodø/Glimt war einfach zielstrebiger, gedanklich schneller und spielerisch besser. Der zweite Treffer kurz vor der Pause war deshalb überfällig: Hauges Pass wurde von João Simões unglücklich in den Lauf von Blomberg angefälscht, der mit einem überlegten Schlenzer ins rechte Eck Rui Silva keine Chance ließ.

Von Sporting kommt zu wenig

Im zweiten Durchgang versuchte Sporting, mehr in die Offensive zu investieren – doch Torchancen sprangen so gut wie gar nicht heraus. Als Høgh 20 Minuten vor dem Ende die nächste brillante Hereingabe von Hauge aus kurzer Distanz über die Linie bugsierte, war die Partie entschieden.

Und es hätte aus Sicht der Lissaboner sogar noch schlimmer kommen können. Hauge hätte sich für seine überragende Leistung in der 83. Minute beinahe mit dem 4:0 belohnt, doch sein Schlenzer landete knapp neben dem rechten Eck. Joker Ulrik Saltnes hatte kurz vor dem Abpfiff auch noch eine Großchance für das Team von Kjetil Knutsen, entschied sich aber für einen Querpass, statt den freien Abschluss zu nehmen. Doch auch so wird das Rückspiel für die Portugiesen am kommenden Dienstag zu einer kaum lösbaren Aufgabe: Zu den überragenden Qualitäten von Bodø/Glimt zählt das Kontern.