Paderborn. Dieser Tag wurde lang erwartet: Nach mehrjähriger Forschungsarbeit soll am Donnerstag, 12. März, eine unabhängige Studie zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum veröffentlicht werden. Erstellt wurde die Forschungsarbeit von Wissenschaftlern der Universität Paderborn im Auftrag der Diözese.

Die Untersuchung nimmt die Zeit von 1941 bis 2002 und damit die Amtszeiten der Erzbischöfe Lorenz Kardinal Jaeger und Johannes Joachim Kardinal Degenhardt in den Blick. Ihnen war bereits in einer Zwischenbilanz schweres Fehlverhalten vorgeworfen worden, worauf seitdem unter anderem Infotafeln an ihren Gräbern im Dom hinweisen.

Das Erzbistum hatte 2018 auf Grundlage der sogenannten MHG-Studie mitgeteilt, es seien fast 200 Opfer sexuellen Missbrauchs durch 111 Kleriker zwischen 1946 und 2014 festgestellt worden. Einem Zwischenbericht der Uni-Studie aus dem Jahr 2021 zufolge wurden sogar 160 Beschuldigte identifiziert. Nun sind noch genauere und vermutlich auch höhere Zahlen sowie Details zu erwarten.

Missbrauch im Erzbistum Paderborn: Untersuchungsergebnisse angekündigt – Erzbischof reagiert

Das Paderborner Erzbistum, das die Studie nicht vorab erhält, wird sich einen Tag später ausführlich zu den Ergebnissen äußern und hat außerdem vertiefende Dialogveranstaltungen in den Regionen der Erzdiözese mit Vertretern der Betroffenen angekündigt.

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