Als im Juli vergangenen Jahres ein kleiner Wirbelsturm durch Düsseldorf zog, blieb dieser weitestgehend unbemerkt. Im Aaper Wald aber richtete das Wetterphänomen Schäden an. Dort knickten Bäume um, in der Nähe der Straße Am Bauenhaus entstand eine Lichtung. Diese wurde am Donnerstag zum Abschluss der städtischen Pflanzsaison wieder bewaldet.
Mitarbeiter der Landeshauptstadt gruben kleine Setzlinge in den Waldboden. Rund 500 Traubeneichen, 100 Hainbuchen sowie Eschen, Vogelkirschen und Ulmen sollen auf der kahlen, sogenannten Windwurffläche zukünftig weiter in die Höhe sprießen. Letztendlich werden vor allem die vitalsten und stärksten Bäume eine stattliche Größe erreichen, wie Marius Erley, Abteilungsleiter Forst sagte. Man setze grundsätzlich auf standortgerechte und klimaresistente Arten, um den Wald an die sich ändernden Klimabedingungen bestmöglich anzupassen.
Der Düsseldorfer Stadtwald umfasst rund 2500 Hektar. Dazu gehören Flächen unter anderem in Kalkum, Gerresheim, Benrath oder Eller. In der Saison 2025/2026 wurden dort insgesamt 20.272 neue Gehölze gepflanzt. Darunter sind größtenteils sehr junge Bäume, aber auch Sträucher. Zum Abschluss der Saison betonte Umweltdezernent Jochen Kral am Donnerstag, es gelinge so, Klimaanpassung und Klimaschutz zu kombinieren. „Ein einzelner Baum kann in seiner Lebenszeit rund eine Tonne CO2 speichern“, sagte Kral. Die Zahl könne teils sogar noch höher ausfallen.
Wegen der Vielfalt an Baumarten sei der Stadtwald schon jetzt vergleichsweise resilient, sagte Marius Erley. Das gelte etwa mit Blick auf den Borkenkäfer. Der Schädling hat andernorts in den vergangenen Jahren ganze, durch Trockenheit geschwächte Waldabschnitte vernichtet. Besonders anfällig sind dabei Nadelbäume. „Wir haben im Stadtwald einen Nadelholzbestand von unter drei Prozent“, so Erley.
Mit dem Abschluss der aktuellen Pflanzsaison werden in den kommenden Monaten erst einmal keine neuen Bäume mehr gepflanzt. Weiter geht es dann im Herbst, wenn die Bedingungen dafür wieder ideal sind. Zu den Arten der Wahl zählten für die Stadt dabei zuletzt neben Traubeneichen und Hainbuchen vor allem Stieleichen, Vogelkirschen und Schwarzerlen. Ergänzt wurde der Bestand außerdem um Winterlinden, Elsbeeren, Esskastanien, Rotbuchen, Feldahorne oder Sandbirken. Auch seltenere und ökologisch wertvolle Arten wie Speierlinge, Holzäpfel, Wildbirnen oder Flatterulmen sind neu im Stadtwald.
Die neuen Gehölze für den Wald werden übrigens nicht der offiziellen Baumbilanz angerechnet, wie Jochen Krals sagte. Diese wird jährlich veröffentlicht – und gibt ausschließlich Auskunft über die Stadtbäume, nicht aber über den Stadtwald. Zuletzt wurde bekannt, dass die Bilanz erstmals seit Längerem negativ ausfällt: 1907 Bäume mussten in Düsseldorf in der aktuellen Saison entfernt werden, oftmals waren Krankheiten der Grund dafür. Dem stehen 1500 Neupflanzungen gegenüber.
Auf der Windwurffläche im Aaper Wald hat das Team des Forstamtes bewusst auch das Totholz umgefallener Bäume liegen lassen. Dieses biete Lebensraum für viele Tiere, sagte Marius Erley. Spaziergänger können die jungen Pflanzen vor Ort ab sofort auch direkt am Wegesrand entdecken: Dort wachsen mit Schneeball Hundsrose, Weißdorn oder Pfaffenhütchen jetzt verschiedene Straucharten.