Düsseldorf (dpa/mak). In der Tarifrunde für die rund 30.000 Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen setzen die Beschäftigten ihre Warnstreiks fort. Für Freitag, den 13. März 2026, ruft Verdi nun Beschäftigte der Mobiel GmbH (Bielefeld), der Stadtbus Gütersloh GmbH sowie der Stadtwerke Münster zu einem ganztägigen regionalen Warnstreik auf. In den betroffenen Regionen werden am Freitag von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht keine Busse und Bahnen fahren. Der Betrieb von S-Bahnen und Regionalzügen ist nicht betroffen.

Mobiel rechnet für Freitag mit „erheblichen Auswirkungen“. Wie das Unternehmen mitteilt, werde Mobiel den Betrieb zwischen 4 Uhr am Freitagmorgen und 4 Uhr am Samstagmorgen vollständig einstellen. Auch im Nachtbusverkehr von Freitag auf Samstag werde es zu Einschränkungen kommen. „Wir müssen auch dieses Mal davon ausgehen, dass sich ein großer Teil der Belegschaft an dem Streik beteiligen wird“, sagt Mobiel-Geschäftsführer Arne Petersen. Unter diesen Umständen lasse sich auch kein Notfahrplan erstellen. Lediglich auf Teilstrecken, die von Fremdunternehmen bedient werden, werden Busse fahren.

In einer Reihe von Ruhrgebietsstädten und in Südwestfalen müssen Fahrgäste schon am Donnerstag (12. März) mit massiven Einschränkungen im kommunalen Nahverkehr rechnen. Die Gewerkschaft Verdi ruft Beschäftigte der Ruhrbahn (Essen/Mülheim), der Stoag (Stadtwerke Oberhausen), der Märkischen Verkehrsgesellschaft, der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr, der Hagener Straßenbahn, der Stadtwerke Hamm Verkehrsbetrieb Hamm GmbH, von Suerlänner GmbH, VWS Verkehrsbetriebe Westfalen-Süd sowie Sander Reisen zum Warnstreik auf.

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Streiks seit Beginn der Woche

Am Montag, 9. März, wurde der kommunale Nahverkehr in Dortmund bestreikt, Dienstag, 10. März, waren die Betriebe in Ruhrgebiet und Rheinland zum Arbeitskampf aufgerufen und am Mittwoch, 11. März, wurde der Nahverkehr im Ruhrgebiet und in Südwestfalen bestreikt. Der Freitag ist somit der fünfte Streiktag in Folge.

In Ostwestfalen hatte Verdi zuletzt am 26. und 27. Februar zum Warnstreik im Nahverkehr aufgerufen. Zwei Tage lang standen Bahnen und Busse in Bielefeld und Gütersloh still.

Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt?

Auslöser ist der Tarifkonflikt für die etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW mit inzwischen zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden.

Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden kürzen – bei vollem Lohnausgleich. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll von zehn auf elf Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.

Arbeitgeber halten Forderungen von Verdi für überzogen

Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits attraktive Arbeitsplätze. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 24. März geplant.

Schulpflicht besteht trotz Warnstreiks im Nahverkehr

Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: „Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin.“