Newsblog zum Krieg in Nahost

Israel setzt wohl Weißen Phosphor über Libanon ein

Aktualisiert am 12.03.2026 – 17:17 UhrLesedauer: 63 Min.

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Nach einem israelischen Angriff im Zentrum von Beirut steigt Rauch aus einem Gebäude auf. (Quelle: Hussein Malla)

Kanzler Merz spricht über die Gefahrenlage in Deutschland. Israel setzt wohl chemische Kampfmittel im Libanon ein. Alle Entwicklungen im Newsblog.

Nach Angaben von Bundeskanzler Friedrich Merz gibt es keine Hinweise auf eine verstärkte Anschlagsgefahr durch den Iran-Krieg. „Es gibt im Augenblick keine Erkenntnisse, dass wir hier im Inland von einer erhöhten Gefährdung ausgehen müssten“, sagt Merz beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Man fahre dennoch die Sicherheitskonzepte hoch, überprüfe Schutzmaßnahmen und erhöhe die Präsenz insbesondere für israelische, jüdische und auch amerikanische Einrichtungen.

Die Nichtregierungsorganisation „Human Rights Watch“ teilte mit, das israelische Militär habe im Südlibanon in der Stadt Yohmor Artilleriemunition mit weißem Phosphor über Wohngebäuden eingesetzt. Weißer Phosphor, wie er in der Luftsprengmunition Israels enthalten gewesen sein soll, entzündet sich durch den Kontakt mit Sauerstoff und brennt so lange weiter, bis die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird oder kein Phosphor mehr übrig ist. Deshalb ist der Einsatz in besiedelten Gebieten rechtswidrig.

Der Libanon-Experte von Human Rights Watch, Ramzi Kaiss, erklärte: „Die brandfördernde Wirkung von weißem Phosphor kann zum Tod oder zu grausamen Verletzungen führen, unter denen die Betroffenen ihr Leben lang leiden.“ Human Rights Watch bezieht sich auf sieben Bildaufnahmen der Artilleriegeschosse über. Israel erklärte, der Einsatz von weißem Phosphor könne nicht bestätigt werden.

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen eine Anlage des iranischen Atomprogramms angegriffen. Ziel sei der Standort namens Taleghan gewesen, teilt das Militär mit. Bei Taleghan handelt es sich um eine Einrichtung innerhalb des Militärkomplexes Parchin. Vertreter westlicher Staaten vermuten, dass dieser Komplex mit dem Atomprogramm des Irans in Verbindung steht.

Ein italienischer Militärstützpunkt im Nordirak ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht von einer Rakete getroffen worden. „Unter den italienischen Mitarbeitern gibt es keine Opfer oder Verletzten. Es geht ihnen allen gut“, teilt das Verteidigungsministerium auf der Plattform X mit.

Außenminister Antonio Tajani zufolge haben sich die Soldaten in einem Bunker in Sicherheit gebracht. Italien hat in Erbil, der Hauptstadt der Autonomen Region Kurdistans im Irak, rund 300 Soldaten stationiert. Sie bilden dort kurdische Sicherheitskräfte aus.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Nachbarland Libanon mit der Ausweitung des israelischen Armeeeinsatzes dort sowie mit der Einnahme von Gebieten gedroht. Sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern, werde Israels Armee „das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen“, sagte er nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit hochrangigen Armee- und Geheimdienstvertretern. Er habe dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun diese Warnung überbracht.