Musiktheater in Stendal: „Rocky Horror Show“ im Theater der Altmark
Mit der „Rocky Horror Show“ kann man eigentlich wenig falsch machen: Seit Jahrzehnten begeistert das Musical auf der ganzen Welt mit seiner wilden Energie. Auch am Theater der Altmark in Stendal kann der Klassiker überzeugen – denn das Ensemble macht fehlende Musical-Ausbildung mit viel Energie und Spielbegeisterung wett, berichtet der Kritiker Thomas Pfundtner in der “Altmark Zeitung“. Erzählt wird die bekannte Geschichte von einem konservativen Paar, das eher durch Zufall in das Heim von Frank’n’Furter und seiner allen Normvorstellungen widersprechenden Entourage gerät. Die Erlebnisse dieser Nacht stellen alle Vorstellungen von Grenzen und Einschränkungen infrage. Die Show lebt von der eingängigen Musik und wilden Kostümen. Und für Fans das Beste: kein Stillsitzen. Das Publikum soll laut sein, soll (etwa mit Taschenlampen) Licht machen oder mittanzen.
Weitere Informationen
„Richard O’Brien’s The Rocky Horror Show“
Adresse:
Theater der Altmark
Karlstraße 6
39576 Hansestadt Stendal
Dauer: 135 Minuten, eine Pause
Termine:
21. März, 19:30 Uhr
Figurentheater in Dessau: „Solo Sunny and me“ am Alten Theater
„She’s sunny, they will say someday“ – als der Film „Solo Sunny“ in die Kinos kam, traf er auf besondere Weise ein Lebensgefühl. Bis heute begeistert die DEFA-Produktion über die Schlagersängerin, die endlich mit ihrem Gesang Erfolge feiert, aber gleichzeitig immer wieder in Konflikte gerät. Obwohl der Film selbst immer wieder die Bühne zeigt, ist es nicht so leicht, die Stimmung der Geschichte auf die Bühne zu bringen. Bei „Solo Sunny and Me“ gelingt das jedoch dank eines kleinen, aber klugen Tricks: Der Abend versucht nicht, den Film nachzustellen. Stattdessen tritt Rike Schuberty als ältere Sängerin auf, die sich an ihre Geschichte erinnert. Sie nimmt Instrumente in die Hand, wobei jedes für einen anderen Mann in ihrem Leben steht. Dieser Ansatz geht auf, berichtet der Kritiker Andreas Herrmann in den „Dresdner Neuesten Nachrichten„, und zeigt, wie relevant diese Geschichte immer noch ist. Im Rahmen der Reihe „Puppe ab 18“ wird die Produktion in Dessau gespielt.
Weitere Informationen
„Solo Sunny and me“
frei nach dem Film „Solo Sunny“ von Konrad Wolf und Wolfgang Kohlhaase
Adresse:
Altes Theater
Lily-Herking-Platz 1
06844 Dessau-Roßlau
Dauer: 60 Minuten, keine Pause
Termine:
21. März, 18 Uhr
Schauspiel in Halle: „Penthesile:a:s“ in der Regie von Sandra Hüller
Dass der oft beschworene Kampf der Geschlechter (der viele Gesichter haben kann) wohl fast so alt ist, wie die Geschlechter selbst, beweisen Mythen wie die um den griechischen Helden Achill und die Amazonenkönigin Penthesilea. Die beiden treffen sich am Rande des trojanischen Krieges, doch eine Beziehung zwischen den beiden ist nur nach einem Kampf und einem Sieg möglich. Die Geschichte erzählt von Macht und Liebe, von Stärke und Begehren. Die französische Dichterin MarDi hat die alte Geschichte neu geschrieben und die Frage nach den Geschlechtern nochmal radikaler gestellt.
Entstanden ist ein lyrischer und dichter Text. Gemeinsam mit ihrem Theaterkollektiv Farn hat die beliebte und vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Sandra Hüller das Stück auf die hallesche Bühne gebracht und feiert damit ihr Debüt als Regisseurin. Und das ist ihr gelungen: Die zwölf Schauspielenden sitzen in einer Reihe mit dem Rücken zum Publikum vor den Sitzreihen. Wie ein Chor sprechen sie den anspruchsvollen Text. Immer wieder treten Einzelne auf die Bühne, auf der eine Küche nachgebaut ist, und spielen assoziative Szenen zum Text. „Das ist kein Schauspiel mehr. Das ist großes Bildertheater, das dem Zuschauer viel Raum gibt, sich mit seinen eigenen Erlebnissen einzubringen“, begeistert sich MDR KULTUR-Kritiker Stefan Petraschewsky.
Und das Kochen ist nicht zu gespielt: Am Ende des sinnlichen Abends steht eine Einladung an das Publikum, die gerade gekochte Suppe gemeinsam zu essen. „Im Ergebnis kann diese Inszenierung überzeugen, weil hier ein Bild der heutigen, westlichen Welt skizziert ist, in dem Kriege von Gaza bis Ukraine und eine Gesellschaft mit eingeübten Rollenmustern, auch Geschlechterrollen, durchscheinen und am Ende eine Utopie formuliert wird“, so Petraschewsky. Im Januar 2026 war die Inszenierung in der engeren Auswahl für das renommierte Berliner Theatertreffen. Wer die Geschichte im Anschluss etwas geradliniger erleben will, kann auch nach Magdeburg fahren. Dort wird die Fassung von Heinrich von Kleist mit beeindruckender Kraft gespielt.
Weitere Informationen
„Penthesile:a:s“ von MarDi
Adresse:
neues theater
Große Ulrichstraße 51
06108 Halle (Saale)
Termine:
14. März, 19:30 Uhr