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In drei Tagen tritt Preußen Münster in der 2. Bundesliga bei Dynamo Dresden an. Ausgerechnet kurz davor gibt der Traditionsklub ein Bekenntnis zur sportlichen Fairness im ganzen Land ab. So treten die Westfalen der Aufstiegsreform-Initiative bei, die sich für die sofortige Lösung der Regionalliga-Frage einsetzt.
Hintergrund: Während die Staffeln West und Südwest immer ihren Meister in die 3. Liga entsenden dürfen, ist das Bayern, dem Norden und Osten nur alle drei Jahre erlaubt. Nichts anderes als eine Zwei-Klassen-Gesellschaft.
„Zukunftsfähige Ligenstruktur über Einzelinteressen“
Sportchef Ole Kittner erklärt: „Der SC Preußen Münster tritt der Initiative ‚Aufstiegsreform2025‘ bei, weil die Forderung ‚Meister müssen aufsteigen‘ dem Grundsatz sportlicher Fairness und des Wettbewerbs, für den auch der SC Preußen Münster steht, folgt. Der Beitritt ist zugleich mit der Erwartung eines sachlichen, ergebnisoffenen Diskurses verbunden, der über Einzelinteressen hinaus eine zukunftsfähige Ligenstruktur im Sinne des Sports über die Regionalligen hinaus entwickelt.“
Münster hat selbst von 2008 bis 2011 und von 2020 bis 2023 einige Jahre in der 4. Liga verbracht, kennt die Sorgen der Klubs und erhofft sich, dass die Lücke zwischen der 3. Liga und der fünfgleisigen Regionalliga verringert werden kann.
Wink mit dem Zaunpfahl
Brisant ist aber Kittners Verweis auf „Einzelinteressen“. Besonders vor dem Hintergrund, dass Peter Frymuth (69) vom Westdeutschen Fußball-Verband (WDFV) wie seine Kollegen Ralph-Uwe Schaffert (75/Norden) und Dr. Christoph Kern (42/Bayern) sich immer noch dagegen sträuben. Mit dem Anschluss an die Aufstiegsreform-Initiative setzt Preußen ein Zeichen in der entscheidenden Phase des Prozesses und verpasst Frymuth einen Wink mit dem Zaunpfahl.
So liegt mit dem Kompass-Modell ein fertiges Konzept seitens des DFB vor, die seit 14 Jahren ungeklärte Losung „Meister müssen aufsteigen“ endgültig überall umzusetzen. Am 17. Februar verkündete der DFB selbst seine gewünschte Variante.

Peter Frymuth (Mitte) bekommt immer mehr Gegenwind in seiner Region
Foto: picture alliance/BEAUTIFUL SPORTS
Damals teilte der Dachverband mit: „In ihrer vierten Sitzung vertiefte die AG um den Vorsitzenden Michael Vesper in erster Linie das sogenannte ‚Kompass-Modell‘ für eine viergleisige Regionalliga und widmete sich dabei zahlreichen Detailfragen, die für die Entscheidungsfindung eine wichtige Rolle spielen. Im ‚Kompass-Modell‘ würden sich die Staffeln nicht mehr nach Verbandsgrenzen richten, sondern sich in jeder Saison anhand der kürzesten Fahrtstrecken zusammensetzen.“
„Aufstiegsreform“ als Solidargemeinschaft
Im Westen, Norden, Osten und Bayern gibt es zahlreiche Befürworter – jetzt bekennt sich mit Preußen Münster ein weiterer Zweitligist dazu. Die „Aufstiegsreform“-Initiative ist die größte vereinsübergreifende Solidaritätsbewegung in der Geschichte des deutschen Fußballs. So kurz vorm Duell in Dresden steht sie für die Einigkeit zwischen Ost und West bei der Frage nach Gleichberechtigung und sportlichen Werten. Auch Dynamo gehört der Vereinsgruppe an. Und jeder Klub kann die letzten Reform-Gegner auf Ebene der DFB-Vize-Bosse aktuell zum Kippen bringen …